Magdeburg l Die einen hoffen noch, die anderen winken schon seit Tagen ab. Bei der Diskussion über eine Fortsetzung der Handball-Bundesliga-Saison gehen die Meinungen weit auseinander. Und nachdem die Bundesregierung sich gestern mit den Bundesländern auf eine Verlängerung der Ausgangssperren bis zum 3. Mai verständigt hat, dürfte wohl auch die letzte Hoffnung dahin sein.

Zeit für richtiges Training fehlt

Denn wenn die Teams erst dann wieder ins volle Training einsteigen könnten, wäre die Zeit bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes viel zu kurz. Die HBL hatte dafür den 16. Mai als letzten möglichen Termin ausgegeben, um die Saison bis Ende Juni beenden zu können. „Rund drei Wochen bräuchten wir aber schon, um uns über das Training wieder richtig auf den Wettkampf vorzubereiten. Sonst ist das Verletzungsrisiko zu groß“, sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert und ist damit nicht allein. Auch HBL-Justiziar Andreas Thiel rechnet deshalb nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Saison. „Von Geisterspielen mal ganz abgesehen, wird es in Anbetracht des fehlenden Trainings wohl nicht möglich sein, die Saison bis zum 30. Juni zu Ende zu spielen“, sagte der frühere Weltklasse-Torhüter dem SID.

Offiziell wollen die Liga-Verantwortlichen am 20. April eine Entscheidung treffen. Möglicherweise passiert das aber schon früher. Selbst Füchse-Manager Bob Hanning hat die aktuelle Saison so gut wie abgehakt. „Ich glaube nicht, dass wir in absehbarer Zeit wieder spielen“, sagt Hanning und verweist ebenfalls auf das fehlende Training.

Keine Absteiger, aber zwei Aufsteiger

Nachdem sich die HBL bereits darauf geeinigt hat, dass es bei einem Saisonabbruch keine Absteiger geben soll, spricht HBL-Chef Uwe Schwenker auch schon von einer Aufstockung der Liga auf 20 Teams durch zwei Aufsteiger. „Die zweite Bundesliga würde statt mit 18 eventuell mit 19 oder 20 Teams agieren, da aus vier dritten Ligen jeweils der Tabellenerste aufsteigen könnte“, so Schwenker im Interview mit der Handballwoche.

Weil es dadurch vier Spieltage mehr geben würde, müssen aber weitere Termine her. Und dafür soll möglicherweise in der kommenden Saison der DHB-Pokal geopfert werden.