Magdeburg l Für Zeljko Musa ging es am Freitag erst einmal zum Arzt. Eine MRT-Untersuchung seines linken Knies sollte Aufschluss darüber geben, was für eine Verletzung vorliegt. „Wir werden ihn voraussichtlich längerfristig verlieren. Das ist für uns als Mannschaft und für unsere Ziele ein herber Verlust“, sagte Trainer Bennet Wiegert nach der 27:29-Niederlage gegen die Füchse Berlin sichtlich geknickt.

Musa musste in der 45. Minute ausgewechselt werden, nachdem er sich erst ohne Fremdeinwirkung das Knie verdreht und dann noch mit dem Berliner Mijajlo Marsenic kollidiert war.

Musa fehlt im EHF-Cup

Zur genauen Diagnose wollte sich der Verein – unter Verweis auf die Datenschutz-Regelung – am Freitag zwar nicht äußern. Allerdings war nach der Partie am Donnerstag aus dem Umfeld zu hören, dass ein Bänderriss – schlimmstenfalls ein Kreuzbandriss – durchaus in Betracht gezogen wird. Dass Musa am Sonntag im EHF-Pokal-Rückspiel gegen Gornik Zabrze (16 Uhr) aufläuft, ist somit vom Tisch.

Es ist eine Hiobsbotschaft für den SCM: Nicht, weil der Abwehrchef am Sonntag fehlen wird, denn dieses Rückspiel ist nach dem 37:25-Sieg in Polen eigentlich nur noch Formsache. Sondern vielmehr, weil sein voraussichtlich längerer Ausfall eine weitere Problemstelle hervorruft.

SCM mit klaren Schwächen

Und davon hat der Verein ja schon zwei offensichtliche: Im Tor bleibt Jannick Green, der im Spiel gegen die Füchse mit acht Paraden seinem Gegenüber Dejan Milosavljev mit 18  Paraden weit unterlegen war, von seiner Form entfernt. Daneben ist die Chancenverwertung – 20 Fehlwürfe, vier verworfene Siebenmeter – ein Manko. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Wir konnten unsere Stärken nicht ausspielen“, sagt Wiegert.

Jetzt also muss der Trainer auch in der Defensive improvisieren: „Die Konstellation mit der offensiven 5:1-Deckung mit dem vorgezogenen Filip Kuzmanovski und Christian O’Sullivan hinten in der Mitte, wie wir es gegen die Füchse gespielt haben, haben wir im Training noch nie gemacht.Und das ist in einer taktisch geprägten Sportart einfach schlecht.“ Für Zabrze „müssen wir uns etwas Neues überlegen“, stellt Wiegert klar.

Schmidt beim SCM nicht fit

Wie diese neue Konstellation aussehen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht hingegen, dass Erik Schmidt kein Teil davon sein wird. „Er war für die Partie am Sonntag eigentlich eingeplant, jetzt ist aber etwas dazugekommen“, sagt Wiegert mit Blick auf Schmidts Gesundheitszustand. Denn den 26-Jährigen, der vor allem in der Abwehr Musa entlasten sollte, warfen zuletzt Rückenbeschwerden zurück. Nun hat sich im Oberschenkel noch Wasser eingelagert, erzählt der Spieler.

„Im Prinzip ist das wie ein Pulverfass – es kann gutgehen, wenn ich spiele, es kann aber auch sein, dass ich danach zwei Monate ausfalle. Das Risiko wollen wir nicht eingehen“, sagt Schmidt. Bis Anfang kommender Woche sei er noch krankgeschrieben.

Im EHF-Cup-Rückspiel zählt nur ein Sieg

Wiegert hat trotz all der Unwägbarkeiten Vertrauen in seine Mannschaft. „Nachdem wir zur Ruhe gekommen sind, konzentrieren wir uns auf Zabrze“, sagt er. Denn eines sei ja auch klar: „Am Sonntag geht es nicht nur ums Weiterkommen, es geht nicht darum, einfach nur den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Wir wollen gewinnen. Wir sind da auch in der Pflicht gegenüber jedem Zuschauer, der in die Getec-Arena kommt. Und dem wollen wir gerecht werden.“

Die kurze Regenerations-Pause wird den SCM-Handballern dennoch nicht reichen, um die Niederlage gegen die Füchse aus dem Kopf zu bekommen. „Da werden wir eine Weile darüber nachdenken“, meint Piotr Chrapkowski. Nicht zuletzt auch, weil mit Zeljko Musa ein Fixpunkt im SCM-Spiel erst einmal ausfällt.

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