Magdeburg l Geduld haben zu müssen, ist Christoph Steinert spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ja gewohnt. Nach der langen Pause und langen Vorbereitung kam der 30-Jährige in den vergangenen Tagen aber mächtig ins Staunen, als er sich ein neues Fahrrad zulegen wollte. „Ich habe mich nach einem Gravel Bike umgeschaut. Aber durch Corona stockte die Produktion, so dass das Rad, welches ich gut fand, erst im nächsten Jahr geliefert werden könnte. Da muss ich mich also weiter umschauen, denn Fahrradfahren tut uns Handballern richtig gut. Das ist ein prima Ausgleich zu unserem Sport, weil man da keine Sprung- und Landebelastung hat“, erklärt der Rückraumspieler des SC Magdeburg.

Testspiel gegen Dessau-Roßlau

Heute wird aber wieder gesprungen und gelandet. Zur Mittagszeit (12.30 Uhr) steht das nächste Testspiel auf dem Programm. Da kommt der Zweitligaaufsteiger Dessau-Roßlau in die Getec-Arena. Steinert: „Da freue ich mich schon wieder richtig drauf. Denn das ist eine gute Möglichkeit, uns weiter einzuspielen. Wir haben taktisch auch einige Dinge dazugenommen, die wir jetzt ausprobieren wollen. Und so etwas geht im Spiel gegen einen Gegner immer besser, als wenn man im Training untereinander spielt.“

Bei den bisherigen Testspielen haben die Grün-Roten gezeigt, dass man mit großen Hoffnungen in die neue Saison gehen kann. „Bei uns funktioniert schon vieles richtig gut. Dadurch habe ich auch ein gutes Gefühl, was die Saison betrifft. Und da bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch ganz oben mit anklopfen können“, bestätigt Steinert.

Lange Vorbereitung tat gut

Der Optimismus des gebürtigen Berliners ist auch in der langen Vorbereitung begründet. Steinert: „Die hat uns richtig gutgetan. Trotz der ganzen Umstände, lief das alles sehr professionell ab. In der Zeit, als wir uns nicht gesehen haben, hat sich jeder selbst fit gehalten. Und dann haben wir uns alle zusammen Schritt für Schritt gesteigert. Und wenn ich mal so durch die Liga schaue, war das nicht überall so. Wie gut die anderen Teams letztlich drauf sind, kann man aber trotzdem schlecht beurteilen, weil man kaum Spiele sieht und damit die Quervergleiche wie in anderen Jahren fehlen.“

Großes Lob für Teamkollegen

Von Vorteil ist auch, dass die Grün-Roten ein weitgehend eingespieltes Team haben und nur zwei Neuzugänge inte-grieren müssen. Einer ist Omar Ingi Magnusson, der auf derselben Position spielt wie Steinert. Und für den hat der rechte Rückraumspieler viel Lob parat. Steinert: „Von ihm bin ich sehr beeindruckt. Er hat einen tollen Spielwitz und ein großes Spielverständnis. Und wenn man bedenkt, dass er in der vergangenen Saison aufgrund seiner Gehirnerschütterung fast komplett ausgesetzt hat, ist das sehr stark, was er spielt.“ Und bietet dem SCM die nötigen Varianten.

„Wir sind unterschiedliche Typen. Deshalb wird es vom Gegner, den Gegenspielern und den Umständen abhängen, wer auf der Platte steht“, erklärt Steinert und ergänzt: „Aber da wir ab Oktober fast immer drei Spiele in der Woche haben, werden wir alle genug Einsatzzeiten bekommen. Und persönlich will ich mich im Vergleich zur Vorsaison auch weiter verbessern, mehr Spiele machen und mehr Tore werfen.“