Berlin l Als die Füchse auf die Platte liefen, ertönte aus den Lautsprechern im Fuchsbau zur Begrüßung ein „Hallo, schön, dass Du da bist!“ Klang aus Magdeburger Sicht natürlich eher ein bisschen nach Häme. Seit dem Sieg im Pokalviertelfinale im März 2018 haben die Magdeburger schließlich alle fünf Spiele gegen die Füchse verloren. Obwohl sie in einigen Spielen gefühlt das bessere Team waren, sind die Grün-Roten immer wieder an den Torhütern der Füchse gescheitert. Das wurde am Dienstag beim 32:22-Sieg aber ganz anders.

Der SCM kam gut ins Spiel, führte durch Michael Damgaard und Tim Hornke nach drei Minuten mit 2:0. Trainer Bennet Wiegert hatte übrigens bei der Startformation kräftig rotiert. So stand Tobias Thulin im Tor, Magnus Gullerud stand am Kreis, Omar Ingi Magnusson im rechten Rückraum. Und auf den Außen begannen Hornke und Lukas Mertens. Letzterer wohl auch, weil Matthias Musche eine aufregende Nacht hinter sich hatte. Der 28-Jährige und seine Franzine sind nämlich zum ersten Mal Eltern geworden.

Wiede und Holm geben Comeback

Die Füchse ließen sich von den personellen Umstellungen ber nicht lange schocken. Nach zehn Minuten gingen die Berliner beim 4:3 erstmals in Führung. Der SCM glich aber immer wieder aus und ging nach 20 Minuten wieder in Führung (9:8). Und als an der Anzeigetafel in der 24. Minute ein 10:9 aus Magdeburger Sicht aufleuchtete, wechselten die Füchse sogar den Torhüter. Fredrik Genz kam für Dejan Milosavljev, der die Magdeburger in den letzten Duellen zur Verzweiflung brachte.

Bei den Gastgebern kam auch Fabian Wiede nach langer Verletzungspause aufgrund einer Schulter-Operation ins Spiel. Das kurz darauf auch noch Jacob Holm nach einer Bänderverletzung sein Comeback gab, stachelte den SCM aber eher noch mehr an. Mit einem Doppelschlag erhöhten Mertens und Marko Bezjak auf 12:9 (25.). Mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung (14:12) ging der SCM dann in die Pause.

Damgaard bester SCM-Werfer

Nach dem Seitenwechsel rückte zwar Milosavljev wieder zwischen die Füchse-Pfosten, bekam aber weiterhin keinen Ball zu greifen. So zog der SCM mit einem treffsicheren Damgaard, der am Ende mit acht Toren bester Werfer war, im Rückraum nach 38 Minuten sogar auf 18:14 davon. Der nach der Pause ins Spiel gekommen Matthias Musche erhöhte in der 43. Minute sogar auf 21:15. Und eine Viertelstunde vor dem Ende führten die Magdeburger mit sieben Toren (22:15). Entscheidend in dieser Phase war auch, dass der inzwischen im Tor stehende Jannick Green eine Parade nach der anderen hinlegte. Diese Führung ließ sich der SCM auch nicht mehr nehmen – und freute sich am Ende über den 32:22-Sieg. Und darüber, in Berlin gewesen zu sein.

„Einen Sieg mit zehn Toren hätte ich nicht für möglich gehalten“, staunte Christian O’Sullivan über das Ergebnis. „Das war ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Jetzt hoffe ich, dass es gegen Göppingen genauso weitergeht.“

Trainer Bennet Wiegert war am Sky-Mikrofon stolz auf seine Mannschaft: "Das war eine gute Reaktion, ich freue mich, dass sich die Jungs belohnen konnten." Denn in der Mannschaft habe er schon einen "Unmut über die zweite Halbzeit gegen den Bergischen HC" gespürt. Das dürfte nach diesem Sieg aber endgültig abgehakt sein.