Magdeburg/Istanbul l So abenteuerlich die Reise nach Istanbul auch war – am Ende konnte der SCM das erste Gruppenspiel in der European Handball League eher als lockere Trainingseinheit abhaken. Denn beim 41:23 (20:8) gegen Besiktas Aygaz hatten die Magdeburger vor leeren Rängen im Sehit Mustafa Ozel Spor Kompleksi das Spiel jederzeit im Griff und zeigten deutlich, wer in der Bundesliga auf Rang zwei steht.

SCM-Coach Wiegert hochzufrieden

Dass SCM-Trainer Bennet Wiegert kaum Videomaterial von den Gastgebern bekommen hatte, war gar nicht so schlecht. Einige wichtige Spieler von Besiktas fielen nämlich kurzfristig aus. Laut Besiktas- Homepage durch positive Corona-Tests und aufgrund von Verletzungen. Auch Kapitän Ramazan Döne saß nur auf der Bank. Der 39-Jährige ist das bekannteste Gesicht im türkischen Handball und die Seele des Teams. Somit war die Favoritenstellung der Magdeburger noch deutlicher.

„Wir sind sehr glücklich darüber, so in den Wettbewerb zu starten. Auch in dieser Höhe tut das gut“, freute sich Trainer Bennet Wiegert nach dem Spiel. Als der SCM vor sieben Jahren auf Besiktas traf, trug er übrigens selbst noch das grün-rote Trikot. Nun hatte er an der Seitenlinie wohl eines seiner ruhigsten Spiele als Trainer erlebt und konnte viel durchwechseln. Nur Michael Damgaard kam nicht zum Einsatz.

Klar auf der Siegerstraße

War auch nicht nötig. Denn die Gastgeber konnten nur zu Beginn des Spiels ein bisschen mithalten und glichen nach fünf Minuten sogar zum 4:4 aus. Danach zog der SCM mit einem 8:1-Lauf auf 12:5 (18.) davon, blieb dabei sechs Minuten lang sogar ohne Gegentor. Nach 23 Minuten warf Lukas Mertens die erste Zehn-Tore-Führung (16:6) heraus.

Die Sorgen, dass die beiden Schiedsrichter Emil Aghakishi und Ernest Aghakishi aus Aserbaidschan und der EHF-Delegierte Ayberk Dilmen aus der Türkei für einen zusätzlichen Heimvorteil sorgen könnten, war spätestens in der 23. Minute dahin. Weil Fatih Calkamis nach seiner Zwei-Minuten-Strafe scheinbar noch irgendeinen Kommentar in Richtung Schiedsrichter abgegeben hatte, sah er sogar Rot.

Corona-Sorgen begleiten den Wettbewerb

Nach dem Seitenwechsel ließ es der SCM etwas ruhiger angehen, und Besiktas kam auf 14:24 (39.) heran. Aber in der 45. Minute zogen die Gäste wieder deutlicher davon und führten 31:17. Fünf Minuten vor Schluss hieß es 38:20. Und gut eine Minute vor dem Ende war beim 41:21 sogar kurzzeitig ein 20-Tore-Vorsprung geschafft.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist derzeit aber schwer abzuschätzen, welchen Wert der 168. Sieg im 248. Europacupspiel hat. Möglicherweise kann die European Handball League gar nicht zu Ende gespielt werden, weil Spiele aufgrund von Corona-Fällen immer wieder verschoben werden müssen.

Löwen-Spiel abgesagt

So fiel gestern kurzfristig auch die Partie der Rhein-Neckar Löwen aus. Das Gesundheitsamt Mannheim untersagte gut zwei Stunden vor dem geplanten Spielbeginn die Austragung der Begegnung, weil ein Teammitglied des slowenischen Gegners RK Trimo Trebnje positiv auf das Virus getestet wurde. Ob und wann die Partie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.