Magdeburg l Ob hinter dem Tor oder auf der Geraden  – die SCM-Fans in der mit 6600 Zuschauern ausverkauften Getec-Arena feierten nach Spielende ihre Mannschaft immer und immer wieder. „Der Sieg in Kiel hatte für eine große Euphorie gesorgt. Da ist das nächste Spiel immer nicht so einfach“, erklärte Trainer Bennert Wiegert nach dem 37:30 gegen Stuttgart.

30 Gegentore sind zuviel

Dass seine Mannschaft am Sonntag so viele Gegentore kassierte, war eigentlich der einzige Kritikpunkt. „Völlig klar, dass 30 Gegentore nicht unser Anspruch sein können. Da waren wir einige Male nicht konzentriert genug. Aber dafür haben wir ja vorne ordentlich getroffen“, zählte für Zeljko Musa am Ende aber nur der Sieg. Und Wiegert weiß: „Da müssen wir für die nächsten Spiele natürlich ansetzen. Denn gerade in den Auswärtsspielen können wir nicht davon ausgehen, dann selbst auch 37 Tore zu werfen.“

SCM kommt schwer ins Spiel

Die Magdeburger kamen ziemlich schwer in die Partie. Erst nach sieben Minuten warf Matthias Musche mit dem 4:3 die Gastgeber erstmals in Führung. Der Linksaußen war es auch, der für das erste Drei-Tore-Polster (9:6/14.) sorgte. Doch die Stuttgarter gaben sich selbst dadurch noch lange nicht geschlagen und waren drei Minuten später beim 10:9 wieder dran. Auch weil Musche, der am Ende mit elf Toren bester Werfer war, beim Stand von 13:11 (22.) einen Siebenmeter nur ans Torholz setzte, konnten die Gäste fünf Minuten vor der Pause sogar zum 13:13 ausgleichen.

Bei den Magdeburgern war inzwischen Dario Quenstedt für Jannick Green zwischen die Pfosten gerückt. Und das SCM-Eigengewächse hatte mit zwei Paraden auch gleich einen großen Anteil daran, dass sein Team mit einem beruhigenden 18:14 in die Pause gehen konnte. Durch zwei schnelle Tore von Robert Weber und Musche zum 20:14 (34.) stellten die Magdeburger nach der Pause endgültig die Weichen auf Sieg.

Sogar Torwart Quenstedt trifft

Marko Bezjak: „Wir haben uns bis zur Pause ein bisschen schwer getan, aber das Spiel ja trotzdem ganz klar kontrolliert.“ Ein Spiel, in dem sich Quenstedt nicht nur über längere Einsatzminuten als in den letzten Partien, sondern auch noch über ein Tor freuen durfte. In der 40. Minute ließ er den Ball über die komplette Platte hinweg zum 26:19 ins leere Stuttgarter Gehäuse fliegen. Grenzenlose Freude war bei Quenstedt nach dem Spiel übrigens nicht angesagt. Der Torwart hatte bei einer Parade den Ball voll ins Gesicht bekommen und klagte später in der Kabine über Kopfschmerzen. Da dürfte heute noch eine genauere Untersuchung folgen.

Kretzschmar lobt den SCM

Dass die Gäste vier Minuten nach dem Quenstedt-Treffer wieder bis 27:23 (44.) rankommen durften, war den vielen Nachlässigkeiten im SCM-Spiel geschuldet. Sky-Experte Stefan Kretzschmar: „Das war so ein Spiel, in dem du genau weißt, dass man eigentlich gar nicht verlieren kann. Und dann lässt man es hier und da auch mal locker angehen. Unterm Strich war das trotzdem souverän und zeigt, wie stark der SCM derzeit ist.“

Und Wiegert analysierte: „Wir waren in einigen Situationen etwas zu ungeduldig, dachten, wir haben den Ball und hatten ihn dann doch nicht. Außerdem hat es Stuttgart richtig gut gemacht, immer wieder das Spiel verschleppt, um uns aus dem Rhythmus zu bringen.“ Fand auch der Ex-Magdeburger Jogi Bitter im Stuttgarter Tor: „Wir haben uns in einem schnellen Spiel tapfer gewehrt.“

Mertens setzt den Schlusspunkt

In ernsthafte Gefahr kam der SCM aber nicht mehr. Nach dem 35:30 (57.) drehten die Magdeburger noch mal kurz auf und siegten am Ende deutlich. Den Schlusspunkt setzte viel umjubelt der lange verletzte Linksaußen Lukas Mertens vom Siebenmeterpunkt.