Magdeburg l Wenn sich am Donnerstagabend ein Gesicht bei den Magdeburger Außenspielern Matthias Musche und Tim Hornke eingebrannt haben dürfte, dann eindeutig das von Martin Tomovski. Der Torhüter der Eulen Ludwigshafen war in der ersten Halbzeit „Man of the Match“ beim Gastgeber – und nahm der Magdeburger Flügelzange gleich vier freie Würfe inklusive eines Siebenmeters ab. Mit seinen Paraden hielt er die Mannschaft von Benjamin Matschke im Spiel.

Doch nach dem Seitenwechsel konnte Tomovski nur noch wenig bewirken, musste den Platz zwischen den Pfosten sogar für Gorazd Skof räumen. Allerdings ohne Effekt. Der SC Magdeburg kam immer besser ins schnelle Konterspiel, agierte souverän in der Abwehr und besiegte die Eulen letztlich mit 28:22 (13:11). Michael Damgaard danach erleichtert: „Wir haben unsere Arbeit heute gemacht. Es ist sehr schwierig, hier zu spielen.“

Viele Fehler, wenig Tore

Trainer Bennet Wiegert hätte sicherlich auch nichts dagegen gehabt, wenn seine Prophezeiung – „das wird ein harter Kampf“ – nicht eingetreten wäre. Doch an dem typischen „Eulen-Handball“, wie Sky-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld die minutenlangen Angriffe bis zur bestmöglichen Torchance bezeichnete, biss sich der SCM zunächst die Zähne aus. Nach zehn Minuten waren gerade einmal sechs Tore gefallen: 4:2 stand es da für die Magdeburger. Jedem Torerfolg ging mühsame Arbeit voraus, die sich der SCM teils auch durch technische Fehler selbst zunichte machte. Erst nach gut 20 Minuten konnte sich das Wiegert-Team mit einem Doppelschlag von Michael Damgaard und einem Treffer von dem eingewechselten Daniel Pettersson mit drei Toren absetzen (11:8/26. Minute).

Lukas Mertens erhöhte sogar auf 13:9, ehe sich die Magdeburger ähnlich wie im Auftaktspiel gegen den Bergischen HC um die Halbzeit-Ausbeute brachten. Denn die Eulen kamen noch zweimal zum Torerfolg. So ging es nur mit einer knappen 13:11-Führung in die Kabine. Allerdings bewies der SCM Charakter und ließ sich davon nicht verunsichern. Im Gegenteil: Angetrieben vom bärenstarken Damgaard zogen sie bis zur 40. Minute auf 20:13 davon. Darunter sogar ein 5:0-Lauf, in dem die Eulen überhaupt keinen Zugriff mehr in der Abwehr hatten.

SCM kann Kräfte schonen

Eine noch größere Baustelle offenbarte sich aber in der Offensive der Eulen: Viel zu harmlos, viel zu fehlerbehaftet. So konnte der SCM in der Schlussphase sogar noch Kräfte schonen und feierte einen ungefährdeten Auswärtssieg. In der Tabelle springt man vorerst auf Rang drei.