Magdeburg l Die Leistung der SG Flensburg-Handewitt – ein Jahr ungeschlagen in der Handball-Bundesliga zu bestehen – ist aller Ehren wert. Das würdigte auch das Magdeburger Publikum am Donnerstagabend, indem es zur Begrüßung kräftig Applaus für die Gäste spendete. Doch bei allem Respekt: „Die Flensburger können ihre Meisterschaft bei einem anderen Team klarmachen, aber nicht bei uns in der Arena“, stellte Michael Damgaard vor der Partie klar.

Weber trifft zum Sieg

Und der SCM-Rückraumspieler wurde gehört. In einer hart umkämpften Partie hatten diesmal die Magdeburger das bessere Ende für sich. Nach 59:56 gespielten Minuten traf ausgerechnet Robert Weber zum 24:23 (11:12)-Endstand. Im Hinspiel hatte er den möglichen Ausgleich ebenfalls in letzer Sekunde noch verpasst. „Heute könnte noch was gehen“, sagte Weber zur möglichen Feier am Abend. „Solch ein Sieg ist ja nicht alltäglich.“

Keine leichten Tore

Dass es eine enge Kiste werden würde, war schon nach wenigen Minuten klar: Beide Mannschaften schenkten sich nichts, schon gar keine leichten Tore. Es musste von beiden Seiten viel investiert werden, um zum Torerfolg zu kommen. Dementsprechend entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Matthias Musche (2:2/5. Minute) und Michael Damgaard (3:3/6.) sorgten dafür, dass die Flensburger, die das erste Tor warfen, ihre Führung nicht ausbauen konnten.

Mehr als sonst waren auch die SCM-Trainer von der Bank aus aktiv. Bennet Wiegert tauschte sich in der Anfangsphase lange mit Spielmacher Marko Bezjak aus, Tomas Svensson nahm sich zudem Torhüter Jannick Green zur Brust, der zu Beginn keinen Finger an den Ball bekam.

Green hielt Siebenmeter

Das änderte sich allerdings prompt. Nach einem gehaltenen Siebenmeter gegen Magnus Jöndal in der achten Minute, kam der Däne immer besser ins Spiel. Und war in den hektischen Phasen ein stabiler Rückhalt für den SCM.

Musche-Tor nicht gegeben

So wie beim Stand von 4:4, als die Schiedsrichter erst einen Treffer von Damgaard wegen Stürmerfouls nicht gaben und danach einen Konter von Musche nicht hinter der Torlinie sahen. Green parierte in der Folge zwar einen Wurf von Lasse Svan, allerdings konnte der SCM die Chance zur Führung nicht nutzen. Benjamin Buric hielt auf der Gegenseite gegen Musche.

Knapper Rückstand zur Pause

Ein weiteres Zeichen für die Ausgeglichenheit beider Teams: Erst in der 30. Minute konnte sich die SG mit zwei Toren absetzen, als Svan zum 10:12 traf. Bestand hatte das aber nicht. Der gut aufgelegte Damgaard brachte den SCM sofort wieder auf 11:12 ran – mit einem Wurf in den rechten Torwinkel. Mit dem knappen Rückstand ging es für den SCM in die Kabine.

Spannung bis zum Schluss

Unverändert intensiv ging es nach der Pause weiter. Allerdings legte diesmal der SCM vor, schaffte durch einen Siebenmeter von Robert Weber und einen Gegenstoß von Piotr Chrapkowski die 13:12-Führung. Flensburg blieb weiter dran, das Momentum schien aber auf Seiten der Magdeburger zu liegen. Beim Stand von 20:18 (47.) nahm Maik Machulla dann eine Auszeit – konnte die SG das drehen? Sie konnte. Zwei Paraden von Buric ebneten den Weg für schnelle Tore durch Svan und Jöndal. In der 50. Minute lag Flensburg somit wieder mit 21:20 in Front. Eine spannendere Crunch-Time war kaum möglich. Letztlich hatte aber Weber das letzte Wort.

„Da haben wir unsere mentale Stärke gezeigt“, sagte Coach Wiegert zur Schlussphase, der allerdings erklärte: „Wir hatten zweimal die Chance, auf drei oder vier Tore davonzuziehen, und es nicht geschafft. Normalerweise wird man dafür gegen Flensburg bestraft.“

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