Balingen/Magdeburg l Es gibt Tage, da klappt fast alles. Die Handballer des SC Magdeburg hatten gestern so einen Tag und siegten souverän mit 39:26 (20:17) bei Balingen-Weilstetten. Trainer Bennet Wiegert: „Ich bin heute wirklich rundum zufrieden. Auch auf meinem Statistikzettel leuchtet alles grün.“

Magdeburger leisten sich nur neun Fehlwürfe

Oft wurden die Magdeburger in dieser Saison für ihre schlechte Chancenverwertung kritisiert. Aber gestern Nachmittag leistete sich der SCM gerade einmal neun Fehlwürfe. Wiegert: „Das freut mich besonders. So hat die Mannschaft gesehen, was möglich ist, wenn wir diese Quote niedrig halten können.“

Marko Bezjak führt überragend Regie

Zunächst einmal mussten die Gäste einem Rückstand hinterherlaufen. Schon nach zwei Minuten hieß es aus SCM-Sicht 1:3 und nach zehn Minuten 6:8. Die Anzahl der Tore zeigte da schon deutlich, dass in diesem Spiel ordentlich Tempo drin war. Für die erste Führung mussten allerdings 14 Minuten vergehen. Da traf Zeljko Musa zum 10:9 für den SCM. Und diese Führung gaben die Grün-Roten auch nicht mehr aus der Hand und bauten die vor allem dank eines überragenden Marko Bezjak (am Ende sieben Tore und neun Assists) bis zur Pause zwischenzeitlich auf fünf Tore (17:12/23.) aus.

SCM konnte rotieren

„Sind wir in der Abwehr kompakt, dann bekommen wir keine Probleme“, sagte Wiegert kurz danach in der Auszeit und ließ den bis dahin auf der Bank sitzenden Piotr Chrapkowski zusammen mit Zeljko Musa am eigenen Kreis ran. Zuvor bildeten Christian O‘Sullivan und Musa an Mittelblock. Wiegert: „Ich wollte damit ein bisschen die Belastung dosieren und ‚Sulli‘ hatte bis dahin in Abwehr und Angriff körperlich viel gearbeitet.“

Leere Halle kam SCM entgegen

Dass Balingens starker Kreisläufer Marcel Niemeyer, am Ende mit sieben Toren bester Werfer der Gastgeber, drei Minuten vor dem Gang in die Kabine auf 18:16 verkürzte, brachte den SCM auch nicht mehr aus der Rhythmus. Denn auch Balingen muss ähnlich wie der SCM sehr stark darunter leiden, dass keine Zuschauer in die Halle dürfen. Und in Balingen sitzen die Fans besonders eng dran. „Wir in Magdeburg wissen, dass eine leere Halle schon ein ziemlicher Nachteil ist. Deshalb sind wir auch sehr froh, dass wir hier nicht auch noch gegen das Umfeld spielen mussten“, sagte Wiegert vor der Partie.

Lukas Mertens mit acht Toren bester Werfer

Mit einem 6:1-Lauf bauten die Magdeburger innerhalb von neun Minuten nach dem Seitenwechsel den Vorsprung auf 26:19 aus. Nach 47 Minuten war der SCM beim 31:21 sogar erstmals auf zehn Tore enteilt und konnte in den letzten Minuten sogar noch Lukas Mertens eine Verschnaufpause geben. „Wir hatten uns viel vorgenommen, aber dass wir in dieser Höhe gewinnen, hätten wir natürlich nicht gedacht. Aber wir hatten heute auch aus allen Teilen Torgefahr“, freute sich Mertens, der am Ende acht Tore auf seinem Konto hatte.