Magdeburg l Ausgiebiger Schneefall gehört für Norweger im Winter zum Alltag. Aber für SCM-Kreisläufer Magnus Gullerud ist durch die weiße Pracht beim Gassigehen mit seinem Samojede-Rüden Jago schon besondere Vorsicht angesagt. „Jago liebt den Schnee und will gerne rumtollen. Wenn ich ihn an der Leine habe, zieht er auch mal kräftig und ich muss aufpassen, dass ich nicht wegrutsche“, berichtet Gullerud. Bei einem Kreisläufer ist Fallen natürlich einprogrammiert. Aber Gullerud musste sich im Dezember am Rücken operieren lassen. Und da ist jetzt noch ein bisschen Vorsicht und eher Flugverbot angesagt.

Gullerud freut sich auf Minden

„Die Operation ist gut verlaufen. Auch die Reha verlief nach Plan. Schmerzen habe ich keine mehr und bin auf einem guten Weg. Ich kann inzwischen ja auch schon wieder mit der Mannschaft trainieren“, sagt Gullerud zufrieden. Und dabei klingt auch ein bisschen Hoffnung in Richtung Spiel gegen Minden am Sonntag (16 Uhr) mit. Diesen Termin hatte sich der 29-Jährige besonders dick im Kalender angekreuzt. Schließlich kommt da sein ehemaliger Club nach Magdeburg. Gullerud: „Ich habe in meiner Karriere bisher noch nie gegen einen Ex-Club gespielt. Und ich habe auch noch regelmäßigen Kontakt nach Minden. Dort habe ich die Chance bekommen, in der Bundesliga zu spielen und hatte vier tolle Jahre.“

Dass Minden in der Tabelle tief im Keller steht, ist für Gullerud nur eine Momentaufnahme. Gullerud: „Sie haben weniger Spiele als die anderen. Und in der Mannschaft steckt genug Potenzial, um unten wieder rauszukommen. Die holen ihre Punkte noch. Aber natürlich nicht am Sonntag.“

Gullerud hofft auf sein Comeback

Ob er selbst schon wieder auf der Platte stehen kann, ist offen. Gullerud: „Im Training kann ich die Bewegungen viel besser kontrollieren und die Teamkollegen wissen auch, dass ich operiert wurde und packen nicht ganz so kompromisslos zu. Im Spiel ist das anders. Da gibt es durch das Ziehen, Schieben, Blocken viel mehr unkoordinierte Bewegungen. Trotzdem würde ich gerne wieder ein bisschen Spielgefühl bekommen und gegen meine alten Teamkollegen spielen. Inwieweit das klappt, entscheidet sich aber kurzfristig. Da machen wir uns keinen Stress. Wenn es die Situation ergeben sollte, dann wohl auch nur ein bisschen in der Abwehr. Ich bin vor allem gespannt, wie der Körper dann am nächsten Tag darauf reagiert.“

Um auch wieder kraftvoll in den gegnerischen Kreis fliegen zu können, muss Gullerud in den nächsten Wochen fleißig die Gewichte stemmen. Gullerud: „Durch die Pause habe ich schon etwas an Muskelmasse verloren. Um wieder komplett bei hundert Prozent zu sein, müssen jetzt einige Kilos wieder drauf.“

Rücken-OP war alternativlos

Obwohl er durch die Operation die Handball-WM verpasste, war der Eingriff alternativlos. „Die Schmerzen waren zu groß. Ich hätte dem Nationalteam nicht helfen können, wäre nur ein Maskottchen gewesen“, sagt Gullerud, der bei den vergangen Turnieren fester Bestandteil der Norweger war. Gullerud: „Ich habe am Fernseher alles verfolgt und weiß genau, wie meine Teamkollegen sich nach dem Aus im Viertelfinale gefühlt haben.“ Aber bei der EM im nächsten Jahr kann ja auch Gullerud wieder für Norwegen fliegen.