Melsungen l „Jedes Spiel ist anders, jedes Spiel beginnt bei null.“ So kündigte die MT Melsungen die Partie gegen den SC Magdeburg am Donnerstagabend über die sozialen Netzwerke an. Das 13-Tore-Debakel gegen Aufsteiger Balingen-Weilstetten wollten die Hessen aus den Köpfen kriegen. Und auch dem SCM war klar, dass ein Sieg gegen den THW Kiel keine Garantie für weitere Erfolge ist.

Beobachtet von Bundestrainer Christian Prokop entwickelte sich dementsprechend eine hitzige Partie. Der SCM konnte das Spiel dabei aber von Beginn an nicht gestalten, sondern lief einem Rückstand hinterher. Und das blieb auch bis zum Abpfiff beim Stand von 29:31 (13:16) so. „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, analysierte Trainer Bennet Wiegert später.

Bis in die Haarspitzen motiviert

Denn die MT war von Beginn an hellwach. Nach zwei schnellen Treffern durch Marino Maric und Julius Kühn wirkte der SCM beeindruckt. Das Publikum, das jeden Ballgewinn, jede Abwehraktion der Melsunger bejubelte, unterstützte den Effekt. Erst ein Doppelschlag von Daniel Pettersson ließ den SCM auf 3:3 (8.  Minute) gleichziehen.

Der Gastgeber konnte in der hitzigen Anfangsphase aber sogar mehrere Fehlwürfe von Julius Kühn im Angriff kompensieren, weil Nebojsa Simic im Tor einen Glanztag erwischte. So zog die Mannschaft von Heiko Grimm durch Treffer von Kai Häfner, Kühn und Felix Danner auf 6:3 (12.) davon.

Der SCM agierte zeitweise hektisch, leistete sich zu viele technische Fehler. „Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich schlecht gespielt“, meinte Linksaußen Matthias Musche. „Wir wussten, dass Melsungen eine Reaktion zeigen würde, aber wir konnte da nie gegenhalten.“

Nicht den Faden verlieren

Denn weder die Rückraumschützen noch den Kreisläufer der MT bekam der SCM in der Defensive in den Griff. Auch wenn die Gäste dranblieben und mit 3:0-Lauf den 6:6-Ausgleich (14.) erzielte – sie gingen über 60 Minuten eben auch nie in Führung.

Die 20. Minute hatte es dann in sich. Nachdem Michael Dam-gaard an Simic gescheitert war, erhöhte Melsungen auf 11:9. Als in der Folge Torschütze Lasse Mikkelsen zwei Minuten vom Feld musste und Erik Schmidt einen Siebenmeter für den SCM herausholte, tobte die Halle. Musche trat an den Punkt – und Simic parierte erneut. Es war der zweite Siebenmeter, den der SCM liegenließ.

Melsungen war vollends drin im Spiel – und das Team von Bennet Wiegert musste aufpassen, nicht komplett den Faden zu verlieren. Der Trainer reagierte mit einer Auszeit: „Das ist nicht das, was wir können. Wir haben ganz große Reserven nach oben“, sagte er seinem Team. Damgaards Treffer waren in dieser Phase Gold wert, der SCM blieb bis auf zwei Tore dran (13:15/28.), musste vor der Pause aber noch das 13:16 hinnehmen.

In die zweite Halbzeit erwischte der SCM zunächst einen guten Start, Albin Lagergren belebte die Offensive und traf zum 17:18 (35.). Auch Tobias Thulin, der für Jannick Green ins Tor kam, konnte sich auszeichnen.

Doch Melsungen hatte mit Torwart Simic den Matchwinner, der immer mehr zur Höchstform auflief und die Magdeburger mit seinen Paraden verzweifeln ließ. Auf der anderen Seite konterten die Gastgeber, machten das, was sonst den SCM auszeichnet. Dank Tobias Reichmann lag die MT nach 45 Minuten 23:18 vorn.

Der SCM blieb zwar immer in Schlagdistanz (27:28/56.), kam bis auf ein Tor heran, konnte die Partie aber nicht mehr drehen. „Das ist wirklich bitter“, meinte Matthias Musche. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren.“