Magdeburg l Egal, welcher Spieler des SC Magdeburg nach dem 31:26-Sieg gegen Hannover-Burgdorf am Sonntag das Wort ergriff, ein Aspekt tauchte immer auf: die Mannschaftsleistung. „Jeder hat seinen Teil zu diesem Erfolg beigetragen, das war richtig geil“, sagte Matthias Musche. Ein Beleg dafür waren beispielsweise die acht Torschützen auf Seiten des SCM, während zuletzt gegen die Rhein-Neckar Löwen sechs und gegen den HC Erlangen lediglich fünf Akteure erfolgreich waren.

Ein Sieg der Mannschaft

Aber die Mannschaftsleistung stand auch deshalb im Mittelpunkt, weil die drei Niederlagen in Folge Spuren hinterlassen hatten. Das Team wurde von außen angezählt – und zwar nicht wegen der verpassten Titel-Chance im Pokal-Finale, sondern vielmehr wegen der Niederlagen in Erlangen (25:26) und zu Hause gegen die Rhein-Neckar Löwen (29:32). Danach war Rang drei in der Bundesliga nämlich weg – und Musche wendete sich über das soziale Netzwerk „Instagram“ an die Fans. Der Linksaußen beklagte die „teilweise unangebrachte Kritik“, betonte aber auch, dass „wir jetzt intern über Verbesserungen sprechen“.

Nach der Partie in Hannover erklärt er jetzt, dass für ihn die Diskrepanz zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt einfach zu groß war. „Nach drei verlorenen Spielen darf jeder nörgeln, das ist schon okay“, stellt er klar, „aber die Kluft dazwischen ist für mich einfach zu groß.“

Am Ego gekratzt hätten die Punktverluste nicht, „vielleicht war das für die Öffentlichkeit in Magdeburg so. Uns hat es traurig gemacht, weil wir wissen, dass wir eine ganz gute Saison spielen. Und die lassen wir uns nicht kaputtmachen.“

Tempospiel klappte wieder besser

Nach dem Erfolg in Hannover hat sich der SCM nun wieder aus dem Tief herausgearbeitet. Und in den internen Gesprächen scheinen auch altbekannte Mittel angesprochen worden sein, zumindest kam gegen die „Recken“ das Tempospiel wieder besser ins Rollen. Außerdem wurde der Ball im Angriff länger durchgespielt, die Kreisläufer Zeljko Musa und Ignacio Plaza in Szene gesetzt. Und auch die Außen „verhungerten“ nicht auf ihren Positionen, sondern wurden ins Spiel eingebunden.

„Wir gehen jetzt weiter unseren Weg, das war die passende Reaktion auf die Nörgelei“, sagt Musche, „denn wir haben gezeigt, dass wir nicht müde oder überspielt oder sonst irgendetwas sind.“

Zusammenstehen mit den Fans

Die Partie hat neues Selbstvertrauen gegeben, denn auf die Stimmung gedrückt hat die Tiefphase schon. „Wir haben Kiel ja zweimal in der Liga geschlagen, dann holen sie sich aber trotzdem den Titel und in der Tabelle stehen wir auch noch hinter ihnen“, ließ Robert Weber vor Kurzem tief blicken.

Diesen Frust wollen die Spieler jetzt endgültig hinter sich lassen. „Wir als Mannschaft sollten aufhören zu jammern und den Weg mit unseren Fans gemeinsam gehen“, meint Musche. Dass das in erfolgreichen Zeiten eben besser läuft, ist in gewisser Weise verständlich. „Alle sagen immer, in guten wie in schlechten Tagen – aber das ist leicht gesagt“, sagt Musche, „jetzt gilt es für die restlichen fünf Partien noch einmal zusammenzustehen und dann kommen solche Erfolge wie in Hannover dabei raus. Da waren nämlich alle Magdeburger im Gästeblock voll dabei.“

Wiegert fordert dickes Fell

Trainer Bennet Wiegert empfiehlt seinen Spielern ab und an eine andere Betrachtungsweise. „Ich rate ihnen generell, sich ein dickes Fell zuzulegen. Letztlich haben sie schon schwierigere Situationen als das durchgemacht“, meint Wiegert und sieht es auch noch aus einem anderen Blickwinkel: „Die Reaktionen zeigen, dass wir den Zuschauern nicht egal sind. Das wäre ja das Schlimmste, was passieren könnte, wenn keinen interessiert, was der SCM macht. Aber manchmal kann auch mehr Feinfühligkeit nicht schaden.“

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