Magdeburg l Manchmal hilft es, Zweifel abzustreifen und Vertrauen walten zu lassen: Zeljko Musa musste in keiner Sekunde der Partie seine lädierte Schulter in den Kampf werfen, für den 31-jährigen Abwehrchef sprang der Spanier Carlos Molina in der Defensive ein, am Kreis stand Gleb Kalarash seinen Mann. Und vor allem erreichte der Gegenstoß wieder ein Niveau, für das der SCM berüchtigt ist.

6358 Zuschauer in der Getec-Arena, das Gros lange Zeit verhalten optimistisch, wurden am Donnerstagabend Zeugen, wie sich nach drei torlosen Minuten der Handball-Bundesligist in einen Torrausch spielte. Mit einer Wurfquote von 86 Prozent warfen die Grün-Roten die Lemgoer in Richtung Debakel. Nach 18 Minuten führte der SCM mit 10:3 durch einen Treffer von Robert Weber per Siebenmeter erstmals mit sieben Toren. Der Österreicher war am Ende mit acht Toren der beste Werfer seiner Mannschaft beim 35:28 (19:13)-Sieg.

Die Basis für diesen Torrausch legte aber die Abwehr, in der neben Musa auch Christian O’Sullivan nach Magen-Darm-Infekt nicht agieren konnte. So wurde Regisseur Marko Bezjak in Offensive und Defensive gleichermaßen gefordert. Und hatte seinen Anteil an vielen Ballgewinnen. Denn Lemgo präsentierte sich beinahe mittellos, ganz sicher aber viel zu harmlos im Angriff. Gegen die bewegliche Abwehr der Magdeburger unterliefen dem TBV viele und zuweilen auch ganz schreckliche Fehler. Dazu kamen fünf Paraden vor der Pause von Keeper Dario Quenstedt, dem Trainer Bennet Wiegert nach seiner starken Leistung im EHF-Cup bei HC Constanta (Rumänien) von Beginn an das Vertrauen schenkte.

SC Magdeburg besiegt TBV Lemgo

Magdeburg (jl) l Der SC Magdeburg hat dem TBV Lemgo im letzten Heimspiel des Jahres keine Chance gelassen. Vor 6358 Zuschauern in der Getec-Arena schlugen die Magdeburger die Lemgoer mit 35:28.

  • Robert Weber bejubelt einen seiner acht Treffer im Spiel SC Magdeburg gegen TBV Lemgo. Foto: Eroll Popova

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  • Fabian van Olphen (v.l.) und Donat Bartok vom TBV Lemgo können den Pass von Marko Bezjak, Spieler des SC Magdeburg, nicht verhindern. Foto: Eroll Popova

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  • Fabian van Olphen (l.) und Azar Valiulin (r.) vom TBV Lemgo müssen mit anschauen, wie SC-Magdeburg-Spieler Robert Weber einen Siebenmeter verwandelt. Foto: Eroll Popova

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  • Sinnbildlich für das Spiel: Jari Lemke (blaues Trikot) vom TBV Lemgo muss Matthias Musche (l.) vom SC Magdeburg vorbeiziehen lassen. Foto: Eroll Popova

    Sinnbildlich für das Spiel: Jari Lemke (blaues Trikot) vom TBV Lemgo muss Matthias Musche (l...

  • Der Keeper des SC Magdeburg, Dario Quenstedt, glänzte allein vor der Pause mit fünf Paraden. Foto: Eroll Popova

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Nach dem Wechsel bedienten die Grün-Roten zudem die Galerie. Wie beim 22:15, als Lukas Mertens und Schütze Nemanja Zelenovic den Kempa-Trick vorführten. Der SCM blieb wirklich in allem konsequent gegen einen verzweifelten Kontrahenten. Gleb Kalarah markierte einen Tag nach seinem 27. Geburtstag die erste Zehn-Tore-Führung in der 43. Minute (28:18).

Und  Coach Wiegert brachte im Verlauf tatsächlich alle gesunden Akteure zum Einsatz. Juan de la Pena kam dabei zu einem Tor per Siebenmeter und vielen Einsatzminuten. Der 30. Treffer gelang Zelenovic (30:18/47.). Da waren auch die Magdeburger Fans wieder ziemlich beste Freunde der zuletzt oft mit Pfiffen bedachten Mannschaft. Quenstedt kam letztlich auf 13 Paraden. Nur am Ende ließ der SCM noch einige Chancen liegen. Die Wurfquote sank deshalb auf 71 Prozent. Sonst wäre der Klassenunterschied an diesem Abend noch viel größer ausgefallen.

SC Magdeburg: Quenstedt/Green – Musa, Chrapkowski 2, Musche 5, Pettersson 1, de la Pena 1/1, Molina 1, Christiansen, Mertens 3, O‘Sullivan, Bezjak 2, Weber 8/5, Kalarash 2, Damgaard 5, Zelenovic 5

TBV Lemgo: Wyszomirski/Johannesson – Guardiola 1, Ebner 1, van Olphen 2, Theuerkauf 2, Hornke 11/5, Hübscher, Suton 1, Zerbe 1, Lemke 1, Bartok 4, Valiullin, Klimek 2, Zieker 3

Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin). Zuschauer: 6358. Siebenmeter: SCM  7/6 – Lemgo 5/5. Zeitstrafen: SCM 1– Lemgo 3.