Magdeburg l Als Christoph Steinert am Sonntag gegen Stuttgart nach Zuspiel von Lukas Mertens per Kempa zum 16:19 traf, schien sich das Spiel noch einmal zu drehen. Normalerweise hätte die Getec-Arena nach so einem Tor kräftig gewackelt und die Grün-Roten noch mehr angetrieben. Aber so sehr sich die knapp 2000 Zuschauer auch bemühten – hinter Mund- und Nasenschutz kann leider so richtig keine gewohnte Getec-Arena-Atmosphäre aufkommen.

Echte Handball-Stimmung fehlt

Steinert: „Man spürt natürlich schon, dass Zuschauer da sind, die uns auch gut unterstützen. Aber so wie in normalen Zeiten kommen die Emotionen von den Rängen leider nicht auf die Platte rüber. Bei so einem Tor hätte die Halle sonst gekocht. Das ist schade. Aber daran lag es natürlich nicht, dass wir verloren haben. Das lag an unserer schlechten ersten Halbzeit. 14 Fehlwürfe und daraus auch noch sechs entstandene Konter sind einfach zu viel. Und das wollen wir in Coburg besser machen.“

Aufsteiger hat alle fünf Spiele verloren

Der Aufsteiger ist auf dem Papier ein klarer Punktelieferant, hat bisher alle fünf Spiele verloren und steht ebenfalls unter Druck. Steinert: „Dass man sich in der Bundesliga jeden Punkt hart erkämpfen muss, hat die bisherige Saison deutlich gezeigt. Aber um oben dran zu bleiben, müssen wir in Coburg gewinnen und werden das auch. Das ist absolute Pflicht.“

Unterschätzen werden die Grün-Roten den Gegner aus Oberfranken aber nicht. Steinert: „Mit Andreas Schröder steht ein Ex-Mitspieler aus Erlanger Zeiten in der Abwehr.Das ist ein Riesenkämpfer. Auch im Tor sind sie ganz gut besetzt. Und mit Drasko Ne-nadic kam nach dem Aufstieg jetzt noch ein erfahrener Mann dazu.“

Saison wird noch viele Überraschungen bringen

Wichtig wird für die Magdeburger sein, aus der ärgerlichen Niederlage gegen Stuttgart die richtigen Lehren zu ziehen und den Frust darüber schnell abzuhaken. Damit hat die Mannschaft aber schon direkt nach dem Spiel in der Halle begonnen. Steinert: „Wir sind noch lange in der Kabine geblieben und haben über das Spiel gegen Stuttgart gesprochen. Jeder hat seine Meinung gesagt, wo er die Fehler sieht und was wir verbessern müssen. Das war ganz wichig. Aber jetzt schauen wir nach vorn. Denn wir haben ja erst den fünften Spieltag. Da ist noch genug Zeit, das zu korrigieren. Und ich bin mir sicher, dass es im Verlaufe dieser Bundesliga-Saison noch einige verrückte und unerwartete Ergebnisse geben wird.“

Steinert hat Torstatistik klar verbessert

Für Steinert selbst läuft es in dieser Saison bisher richtig gut. Der 30-Jährige hat schon elf Tore auf dem Konto und dabei eine Wurf-quote von 73,3 Prozent. Als er in der vergangenen Saison aus Erlangen nach Magdeburg zurückkehrte, hatte er nach fünf Spieltagen lediglich drei Tore auf dem Konto, allesamt gleich im ersten Spiel gegen Balingen erzielt. Am Ende der nach 27 Spielen abgebrochenen Saison waren es 26 Tore und eine Trefferquote von 51 Prozent. Steinert: „Ich bin bisher ganz zufrieden. Ich spiele zwar mehr in der Abwehr. Aber vorne läuft es auch ganz gut.“

SCM geht selbstbewusst ran

So wie gegen Stuttgart, als er kurz nach der Pause mit drei Toren am Stück seine Mannschaft vom 13:19 auf 16:19 heranbrachte und insgesamt vier Tore bei vier Versuchen erzielte. Steinert: „Weil es am Ende aber leider nicht mal mehr zu einem Punkt gereicht hat, kann ich mich darüber nicht so richtig freuen. Denn wir hätten ja sogar die Spitze übernehmen können und die Chance gehabt, als Tabellenführer in die Länderspielpause zu gehen. Aber das war gegen Stuttgart auch ein Riesenkraftakt, wieder heranzukommen. Deshalb müssen wir in Coburg gleich von Beginn an alles zeigen und hellwach sein. Dann kommen wir gar nicht in solche Probleme. Aber wir können selbstbewusst an die Aufgabe gehen. Denn wir wissen ja, dass wir es viel besser können. Das haben wir vor allem in Berlin beim Sieg gegen die Füchse gezeigt.“