Magdeburg l Obwohl der „Nachbar“ des SCM, der 1. FC Magdeburg, am Wochenende besonders im Fokus steht, sind auch die Handballer weiterhin dabei, ihre siegreiche Serie – die Mannschaft ist 2018 in der Liga noch ungeschlagen, zuletzt überholte man den TSV Hannover-Burgdorf in der Tabelle und rutschte auf Platz vier vor – fortzusetzen. Das obere Tabellendrittel gestaltet sich somit offen, sogar die Champions League ist noch in Reichweite. „Wir haben alle Möglichkeiten“, sagte Trainer Bennet Wiegert, will aber nicht prognostizieren, wo der SCM letztendlich landet: „Ich bin ja kein Hellseher.“

Fest steht jedenfalls, dass der SCM auch am Sonntag in der Partie gegen Minden Favorit ist. „Keine Frage, das ist so. Inzwischen haben wir uns daran aber auch gewöhnt“, so Wiegert. „Jeder Gegner will uns schlagen und unsere Bundesliga-Serie unterbrechen.“

GWD Minden hätte auch das Potenzial dazu. „Es wäre grob fahrlässig, Minden zu unterschätzen. Sie haben auswärts nie eine riesig hohe Klatsche bekommen und zu Hause auch schon Hannover oder Lemgo Punkte abgenommen“, analysierte der Trainer.

Wiedersehen mit Carstens

Insbesondere im Rückraum sei der Gegner stark aufgestellt. „Da kommt schon mächtig was auf uns zu“, so Wiegert. Unter anderem Marian Michalczik, Jung-Nationalspieler und treffsicherer Torjäger der Mindener, sowie der Norweger Christoffer Rambo, der auf der rechten Rückraumposition agiert. „Auch ihr Kreisläufer, Magnus Gullerud, der ja mit Christian O‘Sullivan in der norwegischen Nationalmannschaft spielt, ist gefährlich“, weiß Wiegert, „es ist insgesamt eine gut besetzte Mannschaft.“ Und sie haben zudem einen Trainer, der den SC Magdeburg gut kennt.

Frank Carstens hat das Team aus Nordrhein-Westfalen 2015 übernommen, er trainierte zuvor den SCM von 2010 bis 2013. „Wir wollen unbedingt gegen ein Spitzenteam punkten“, sagte der Gäste-Coach auf der Vereinshomepage, „für uns gibt es bis Saisonende noch einige Chancen, das SCM-Spiel ist eine davon. Aber das eine ist, was man will, das andere, was man kann.“ Das Spiel gegen den SCM sei für sein Team, das auf Platz 12 der Tabelle steht, eine riesige Herausforderung.

Der SCM besinnt sich derweil erneut auf seine Stärken, die bekanntermaßen im Tempospiel liegen. „Warum sollten wir uns da verändern?“, fragte Wiegert. „Wir werden natürlich versuchen, das wieder umzusetzen.“

Während der Großteil der Mannschaft, die heute nach Minden aufbricht, einsatzbereit ist, bereiten Piotr Chrapkowski und Carlos Molina dem Trainer weiterhin Sorgen (Volksstimme berichtete). Während der Einsatz von Chrapkowski aufgrund von Fieber und der Einnahme von Antibiotika unwahrscheinlich ist, klagt Carlos Molina über Rückenschmerzen. Der Mittelblock ist dadurch geschwächt, Bennet Wiegert verwies aber auf Alternativen: „Der Kader besteht ja nicht nur aus sechs, sieben Spielern.“

Mehr Infos zum SCM