Wuppertal/Magdeburg l So erleichtert waren die Handballer des SC Magdeburg lange nicht. Denn vor dem Bergischen HC hatte der SCM großen Respekt und freute sich deshalb ganz besonders über die zwei gewonnenen Punkte. „Und dabei haben wir nicht mal unsere optimale Leistung abgerufen“, erklärte SCM-Trainer Bennet Wiegert nach dem 27:23 (12:10) vor 3010 Zuschauern in der Wuppertaler Unihalle.

SCM mit großem Respekt

Der SCM kam richtig gut ins Spiel. Matthias Musche, beim Hinspiel mit 16 Toren der überragende Mann, traf nach sechs Minuten vom Siebenmeterpunkt aus zum 3:1 für die Gäste. Doch BHC-Torwart Christopher Rudeck zeigte, dass er nicht zufällig für das nächste Länderspiel des DHB-Teams nominiert worden ist. Dank seiner Paraden drehten die Gastgeber das Spiel und führten nach elf Minuten mit 4:3. Spätestens jetzt war klar, warum Wiegert letzte Woche schon am Dienstag mit der Taktikbesprechung begann. Üblicherweise steigt die Video-Trainingseinheit erst zwei Tage vor dem Spiel. Wiegert: „Der BHC spielt einen unbequemen Handball. Deshalb haben wir uns länger speziell darauf vorbereitet als sonst.“

SCM-Torwart Green ganz stark

Was aber nicht verhindern konnte, dass die Führungen ständig wechselten. Selbst ein 8:5 (22.) für den SCM hatte nichts zu bedeuten. Vier Minuten später hieß es 10:9 für die Gastgeber. Doch die Magdeburger hatten mit Jannick Green einen Weltmeister im Tor. Der Däne parierte sechs Sekunden vor der Pause ganz stark einen Siebenmeter von Tomas Babak und sichert seinem Team ein 12:10 zur Pause. Am Ende hatte Green 17 Paraden auf seinem Konto und dabei eine Fang-Quote von 44 Prozent.

Dass der Bergische HC nach dem Seitenwechsel in nur vier Minuten die Partie auf 13:12 stellte, konnte aber selbst Green nicht verhindern. „Wir wussten von vornherein, dass das ein richtig schweres Spiel wird. Zum Glück konnten wir Mitte der zweiten Halbzeit einen Fünf-Tore-Vorsprung herauswerfen und haben die Führung dann auch nicht mehr aus der Hand gegeben. So war es am Ende ein verdienter Sieg für uns“, freute sich Magdeburgs Rückraumspieler Marko Bezjak.

Weber und Musche beste Werfer

Das 13:12 sollte nämlich die letzte Führung für den Bergischen HC bleiben. Als Robert Weber nach 44 Minuten traf, war es das Tor zum beruhigenden 21:16. Erst knapp drei Minuten vor der Pause waren die Gastgeber noch mal auf drei Tore (23:26) heran. Aber das konnte die Magdeburger nicht mehr in Verlegenheit bringen. „Der SCM war unterm Strich einfach cleverer und hatte die eine starke Phase genutzt, um sich einen entscheidenden Vorsprung herauszuwerfen“, erkannte Rudeck den Sieg der Gäste an. Für die hatten Robert Weber und Matthias Musche mit jeweils sechs Toren den größten Trefferanteil am wichtigen Erfolg.

SCM-Trainer Wiegert stolz

Sichtlich gelöst freute sich auch Gäste-Trainer Wiegert über diese zwei Punkte: „Früher hätten wir solche Spiele wahrscheinlich sogar verloren. Denn da mussten wir für Siege immer ans Optimum gehen. Der Sieg heute zeigt dagegen, dass wir eine bessere Mannschaft geworden sind.“ Das sah auch Ex-Nationalspieler Martin Schwalb als Sky-Experte so: „Der SCM hat so viel Qualität in der Mannschaft, dass sie aus wenig viel machen können. Das macht eine sehr gute Mannschaft zum Topteam.“

Bei vier Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten THW Kiel können die Magdeburger weiterhin nach oben schauen. „Ich bin ein Fan von Tabellen, weil ich mir gerne Ziele stelle“, sagte Bennet Wiegert. „Wir haben natürlich noch Ambitionen.“

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