Magdeburg l Michael Haaß war noch ruhig gestimmt bei seiner Auszeit in der ersten Halbzeit. Sein HC Erlangen führte in der 22. Minute nämlich mit 12:11. „Alles gut", meinte Haaß, der HCE-Trainer mit Magdeburger Vergangenheit. „Nur im Rückzug waren wir jetzt einige Male zu langsam." Was natürlich kein gutes Zeichen ist im Spiel beim SCM, der gerade den Gegenstoß sucht. Und am Mittwochabend in der heimischen Getec-Arena gegen den HC Erlangen auch oft genug gefunden hat. Am Ende setzte sich die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert in ihrem elften Saisonspiel in der Handball-Bundesliga entsprechend deutlich mit 36:26 (16:12) durch und sicherte sich damit wettbewerbsübergreifend den fünften Sieg in Folge.

Wiegert hatte übrigens auch eine Auszeit genommen in der ersten Halbzeit. Da stand es für seine Mannschaft weniger gut – 1:5 (9.). Auch er war rein äußerlich zu diesem Zeitpunkt sehr ruhig gestimmt. „Der Fokus geht auf den Torwurf, wir spielen uns genug Chancen heraus", erklärte er seinem Team, das bis zu diesem Zeitpunkt vor allem über die Außen mit Lukas Mertens und Daniel Pettersson an Erlangens Keeper Klemen Ferlin gescheitert war. Pettersson musste später nach einem Zusammenprall aufgrund einer Kopfverletzung vom Feld. 

Aber mehrere Gründe, und nicht nur der langsame Rückzug der Gäste führten dann zur Wende: Die Abwehr um Zeljko Musa steigerte sich, Keeper Jannick Green bekam mehr Bälle zu fassen und zählte bis zur Pause acht Paraden, die Abschlüsse wurden konzentriert vollendet. Und manchmal machte es Erlangen dem Angriff der Grün-Roten auch sehr leicht, die Schützen in aussichtsreicher Position zu bringen. So erzielten die Gastgeber 15 Treffer in 21 Minuten zur 16:12-Halbzeitführung.

Und das unter dem Applaus von Matthias Musche, der die vergangenen Wochen die Spiele seiner Mannschaft aus der Reha in Innsbruck verfolgen musste. Der 28-Jährige, der wegen eines Kreuz- und Innenbandrisses plus Meniskusschaden allenfalls Ende 2021 wieder ins Geschehen eingreifen wird, hatte ja gehofft, dass der SC sein zuletzt getanktes Selbstvertauen „weiter ausbauen kann", sagte er vor dem Anwurf am Sky-Mikrofon. Und diese Selbstvertrauen nahmen die Magdeburg sogleich mit in die zweite Halbzeit, in der sie schnell die Führung auf 20:14 (35.) ausbauten. Omar Magnusson hatte mit seinem siebten Treffer die inzwischen geltende Regel bestätigt: jeder Angriff ein Treffer.

Das zog sich tatsächlich auch bis zur Schlusssirene hin. Beim 27:17 durch Marko Bezjak (41.) war die Partie bereits entschieden. Der 34-jährige Slowene markierte den 30. Treffer in der 46. Minute (30:19). Die Magdeburger präsentierten außerdem noch ein wenig vorweihnachtlichen Zauber auf der Platte. Magnusson, 23 Jahre, erzielte bis zum Ende elf Tore aus 13 Versuchen. Und den Wiegert-Männern gelang der siebte Saisonsieg.