Magdeburg l Beim SC Magdeburg wurde kurzerhand umgeplant. Statt sich in den Bus zu setzen und nach Melsungen zu fahren, bekamen die Spieler zwei Tage frei. Ab Sonntag wird sich dann auf das Gruppenspiel in der European Handball League gegen ZSKA Moskau vorbereitet.

Melsungens Lemke positiv getestet

Nachdem sich das komplette Team der MT Melsungen schon am Donnerstag vorsichtshalber in Quarantäne begeben hatte, wurde mit Finn Lemke ein Spieler inzwischen auch positiv getestet.

Wiegert bedauert Ausfall

SCM-Trainer Bennet Wiegert hätte aber trotz der eigenen personellen Probleme gerne gegen Melsungen gespielt. „Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft dort eine Reaktion nach der Niederlage gegen die Löwen gezeigt hätte. Und jetzt wissen wir ja nicht, wann das Spiel in Melsungen nachgeholt wird. Möglicherweise sind dann sogar wieder Zuschauer erlaubt“, begründet Wiegert.

Den Blick auf die Tabelle spart sich der 38-Jährige derzeit aber lieber. Wiegert: „Wie man die Tabelle bewertet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin jedenfalls nicht der Meinung, dass der derzeitige Stand einen echten sportlichen Wert hat und alles korrekt widerspiegelt. Und das sage ich nicht mit einer grün-roten Brille.“ Und Wiegert ist auch nicht der einzige, der Kritik daran äußert, dass zu oft mit zweierlei Maß gemessen wird.

Vor allem Wetzlars Trainer Kai Wandschneider hat das aktuelle Chaos in der Bundesliga wunderbar auf den Punkt gebracht (siehe Artikel rechts).

Klare und zentrale Regelung muss her

Wetzlar hatte nach den Corona-Fällen im Nationalteam sogar freiwillig vorsichtshalber auf Stammtorwart Till Klimpke verzichtet, obwohl der negativ getestet war. Die Rhein-Neckar Löwen traten dagegen in Magdeburg mit Uwe Gensheimer an, während parallel das Spiel von Flensburg gegen Melsungen abgesagt wurde, weil durch die Nationalspieler ein Risiko bestand – was sich durch den inzwischen positiv getesteten Lemke ja leider auch bestätigte. Wiegert: „Kai Wendschneider hat da sehr verantwortungsvoll gehandelt. Bei uns war dagegen in der Kabine das größte Thema, warum Uwe Gensheimer spielt. Unsere Spieler haben alle Familien und machen sich völlig zurecht nicht nur Sorgen um sich. Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns jetzt natürlich auch nicht weiter. Aber es kann nicht sein, dass die Vereine selbst entscheiden, wer spielt oder nicht. Das sollte besser zentral gesteuert werden.“

Dass beispielsweise Stuttgart ohne Jogi Bitter spielen musste und wohl auch deshalb deutlich mit neun Toren Unterschied in Erlangen verlor, ist ebenfalls diskussionswürdig. Denn der SCM verlor zuvor gegen Stuttgart ja auch aufgrund eines Jogi Bitter in Top-Form.

Und Entspannung ist in der aktuellen Corona-Situation nicht in Sicht. Neben der Partie des SCM sind für das Wochenende auch schon die Spiele von Coburg gegen Minden und Göppingen gegen Wetzlar abgesagt. Wiegert: „Irgendwann müssen diese Spiele alle nachgeholt werden, was in unserem engen Spielplan aber nicht so einfach ist. Dadurch steigt auch die Belastung und somit das Verletzungsrisiko.“