Magdeburg l Viel lief im Spiel des SC Magdeburg in Porto nicht zusammen. Die Grün-Roten versagten kollektiv. Doch beim Blick auf den Statistik-Zettel tun die Zahlen hinter dem Namen Michael Damgaard besonders weh. Zehn Würfe, drei Tore. Und von den Fehlwürfen hatte Portos Torwart auch noch vier festgehalten. Für einen Spieler der Klasse Damgaards fast schon eine Demütigung.

Reden will der Däne nicht über die derzeitige Situation. Aber sein Leiden spricht für sich. Nach seiner langen Verletzungspause reichte es für Damgaard in der aktuellen Saison bisher meist nur für Kurzeinsätze. Und in diesen wenigen Minuten will der 28-Jährige mit aller Macht die Handball-Welt zurückerobern.

"Mika" warf entscheidende Tore

Schließlich war „Mika“ in den letzten Jahren der Shooter beim SCM. Wenn nichts mehr ging, dann nahm er sich den Ball und machte irgendetwas Überraschendes. So wie im März 2017, als Damgaard gegen Kiel in letzter Sekunde zum 27:26-Sieg traf. Das gelang ihm auch im Februar 2018 beim 23:22 im Derby in Leipzig, obwohl er nach einer Verletzungspause eigentlich noch gar nicht spielen sollte.

Immer wieder Damgaard, hieß es beim SCM. Insgesamt warf er 527 Tore in 112 Spielen. Allein 171 davon in der vorigen Saison. Doch aktuell kommt er gerade mal auf 28 Treffer. Trainer Bennet Wiegert beschwichtigt: „Für mich ist seine Situation das Normalste der Welt. Er war lange verletzt und muss sich über Spielpraxis wieder seine alte Form holen. Das geht aber nicht von heute auf morgen.“

WM-Traum scheint geplatzt

Auch mental ist die Situation für Damgaard nicht einfach. Dänemarks Nationaltrainer Nicolaj Jacobsen hatte zuletzt im dänischen Fernsehen klar gesagt, dass Damgaard bisher nicht genug gespielt habe, um für den WM-Kader infrage zu kommen. Damit dürfte für den Rückraumspieler der Traum vom Turnier im eigenen Land wohl schon geplatzt sein. Wiegert: „So bitter das für ihn auch ist, aber es ist besser, wenn er hier bleibt und sich richtig auf die Rückrunde vorbereitet. Denn da brauchen wir einen Mika Damgaard in Top-Verfassung.“

Die Worte des Trainers dürften Balsam auf Damgaards Seele sein. Denn der Spieler machte es Wiegert zuletzt auch nicht immer einfach. „Es ist schwierig für mich, genau die richtige Situation für ihn zu finden“, sagte der Trainer. „Wann kann ich ihn bringen? Wann muss ich ihn wieder von der Platte nehmen? Wie bekommt er das Gefühl, gebraucht zu werden?“

Damgaard will zuviel

Wer die letzten Spiele gesehen hat, der weiß, was Wiegert meint. Vor allem das Bundesliga-Spiel in Flensburg. Da kam Damgaard für zwei Minuten auf die Platte, machte zwei Fehler und saß wieder auf der Bank. So etwas nagt natürlich an einem eigentlichen Weltklasse-Spieler. Wiegert: „Er setzt sich in solchen Momenten zu sehr unter Druck. Er will da unbedingt etwas Besonderes machen. Doch er ist noch nicht wieder in der Lage dazu. Deshalb werden wir ihn nicht fallen lassen und ihn aufbauen. Schön, dass er im Training wieder langsam voll mitmachen kann. Und da sieht vieles schon ganz gut aus.“

Weitere Artikel zum SC Magdeburg finden Sie hier: