Magdeburg l Mit einer Berg- und Talfahrt strapazierten die Handballer des SC Magdeburg wieder eimal die Nerven ihrer Fans. Nachdem es zum Auftakt der Gruppenphase des EHF-Cups Mitte der ersten Halbzeit nach einem sicheren Sieg aussah, gerieten die Grün-Roten kurz nach der Pause sogar in Rückstand. Doch mit einer Energieleistung wurde das Spiel wieder gedreht, so dass die Fans am Ende ein klares 32:26 (15:13) bejubeln konnten.

Thulin mit guten Paraden

Weil es schon am Mittwoch im EHF-Cup bei Ademar Leon  in Spanien weitergeht, schonte SCM-Trainer Bennet Wiegert einige Leistungsträger. So durften sich gegenüber dem Bundesliga-Spiel gegen Hannover Tobias Thulin im Tor, Lukas Mertens auf Linksaußen und Moritz Preuss am Kreis über viele Spielminuten freuen. Und weil Thulin vor 4 531 Zuschauern mit einer Parade nach der anderen glänzen konnte, kamen die Magdeburger auch richtig gut ins Spiel.

Wieder sechs Tore verspielt

Schon nach zehn Minuten war beim 7:2 die erste Fünf-Tore-Führung geschafft. Nach einer Viertelstunde hieß es sogar 10:4. Aber wie schon gegen Hannover, als am Donnerstag in den letzten sieben Minuten ein Sechs-Tore-Vorsprung verspielt wurde und es am Ende nur 30:30 hieß, brachte dieser klare Vorsprung den Magdeburgern erneut keine Sicherheit. „Wir wollten eine Reaktion nach dem Hannover-Spiel zeigen, hatten kurz vor der Pause und direkt nach der Halbzeit nicht immer die richtigen Lösungen. Es freut mich aber, dass wir das Spiel dann schnell wieder in den Griff bekommen haben. Denn das sind ganz wichtige zwei Punkte“, erklärte SCM-Kapitän Christian O‘Sullivan.

Erneut wurden die Gäste auf der Platte mit leichten Fehlern und schlechter Chancenverwertung wieder aufgebaut. Kurz vor der Pause gelang Velenje sogar das 15:13 und sorgte für ordentliche Pausendiskussionen. Auch Wiegert schaute enttäuscht auf das Ergebnis. „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und haben viele Situationen auch gut gelöst. Aber dann war die Mannschaft auf einmal verunsichert und musste eine richtige Energieleistung bringen, um das Spiel wieder zu drehen“, analysierte der Trainer dann nach der Partie.

Nach dem Seitenwechsel wurde das zunächst auch nicht besser und die Grün-Roten lagen in der 39. Minute sogar mit 17:18 zurück. Obwohl es nicht an Thulin lag, rückte Jannick Green zwischen die Pfosten. Um die Abwehr zu stabilisieren, war Zeljko Musa schon direkt nach der Pause ins Spiel gekommen.

Rückstand als Wachruf

Der Rückstand war aber der endgültige Wachruf, auch gegen Velenje alles abrufen zu müssen. Mit einem Doppelschlag drehte Mertens das Spiel (19:18/41.) und brachte damit auch die Stimmung auf den Rängen zurück. Mertens: „Wir haben uns in einer Auszeit neu fokussiert und es dann geschafft, auch wieder mehr ins Tempo gehen.“ Vor allem der Linksaußen selbst schaltete dabei seinen Turbo ein und hatte am Ende fünf Tore auf dem Konto.

Pettersson erfolgreichster Werfer

Erfolgreichster Werfer war Daniel Pettersson mit neun Treffern. Der Schwede hatte in der 51. Minute mit dem 26:21 wieder für einen Fünf-Tore-Vorsprung gesorgt und die Weichen damit zurück auf Siegkurs gestellt. Pettersson: „Wichtig ist, dass wir zum Auftakt der Gruppenphase diese zwei Punkte geholt haben. Aus unseren schlechten Phasen im Spiel müssen wir aber ganz schnell lernen. Denn das darf uns in Leon nicht passieren.“