Magdeburg l Die Adresse für seine WG hat Carl-Phillip Haake bewusst gewählt. Die Wohnung, die er mit zwei Teamkollegen bewohnt, liegt fast gegenüber des Sportgymnasiums in der Friedrich-Ebert-Straße. Und das beschert ihm mehr Schlaf. Denn um pünktlich um 7  Uhr auf der Schulbank zu sitzen, darf der Wecker auch mal erst um 6.30 Uhr klingeln. „Ich bin ja in wenigen Minuten in der Schule“, erklärt der A-Jugend-Handballer des SC Magdeburg.

Langer Tag durch Schule und Training

Und der Tag wird meistens lang. Um 9  Uhr steht das erste Training auf dem Programm, bevor es um 12 Uhr wieder zurück in die Schule geht. Am Nachmittag bleibt ein bisschen Zeit für Hausaufgaben und private Dinge, bevor um 18  Uhr die zweite Trainingseinheit angesagt ist. Haake: „Für Hobbys bleibt da keine Zeit. Aber ich habe mir das so ausgesucht. Um mehr trainieren zu können, habe ich das Abitur auch gestreckt und mache jetzt 13  Jahre Schule statt zwölf.“ Beim Studienwunsch hat er sich noch nicht endgültig entschieden: „Ich schwanke noch zwischen Medienwissenschaft und Jura.“

Auch schon bei Youngsters im Einsatz

Der sportliche Weg ist dagegen klar. „Ich will eines Tages in der Bundesliga spielen“, sagt Haake, der als aktueller U-19-Nationalspieler auf einem sehr guten Weg ist. Obwohl er noch einer der jüngeren A-Jugendspieler ist, darf er sich auch schon bei den Youngsters in der 3. Liga beweisen. „Das ist vor allem körperlich noch einmal eine ganz andere Erfahrung“, sagt Haake. „Aber die nehme ich für meine Entwicklung gerne mit.“

Als Zwölfjähriger ins Internat

Vor allem von Justus Kluge, wie Haake ein Linksaußen, holt er sich dort viele Tipps. „Wir sprechen viel miteinander. Beim Anlauf und Absprung konnte ich mir von ihm schon einiges abschauen“, sagt der 17-Jährige, der aus Schkeuditz stammt. Das liegt bekanntlich zwischen Leipzig und Halle. Warum dann eigentlich SC Magdeburg statt SC DHfK? Haake: „Ich bin schon als Zwölfjähriger aufs Sportinternat gekommen. Und weil damals in Leipzig das Leistungszentrum gerade erst aufgebaut wurde, bin ich nach Magdeburg. Und das habe ich nicht bereut.“

Deutscher Meister mit der B-Jugend

Schließlich holte er sich vor zwei Jahren mit der B-Jugend des SCM die deutsche Meisterschaft. „Beim entscheidenden Spiel vor 800 Zuschauern bei den Rhein-Neckar Löwen den Titel zu holen, bleibt unvergessen“, erinnert sich Haake. „Ein tolles Erlebnis war aber auch das European Youth Olympic Festival im Sommer, als wir in Baku mit der deutschen U  17 die Silbermedaille geholt haben.“

Gefordert gegen Burgdorf

Morgen Abend wartet aber erst einmal wieder der Liga-Alltag auf Haake und seine Teamkollegen. Dann kommt der TSV Burgdorf in die Hermann-Gieseler-Halle. Anwurf ist um 20  Uhr. Haake: „Nach der ärgerlichen Niederlage in Leipzig wollen wir unbedingt gewinnen. Voraussetzung ist dafür, dass wir von Anfang an so in der Abwehr stehen wie gegen die DHfK leider erst nach der Pause.“

Elf Tore zuletzt in Leipzig

Weil es am Ende trotzdem 26:27 hieß, waren auch Haakes elf Tore am vergangenen Sonnabend nur etwas für die Statistik. „Wenn man verliert, kann man sich auch über so eine Trefferquote nicht richtig freuen. Da werfe ich lieber weniger Tore und wir gewinnen“, sagt Haake, dessen Wecker am schulfreien Sonnabend auch noch ein bisschen später als sonst klingeln kann.