Magdeburg l Die freien Tage kamen für Dario Quenstedt genau richtig. Bevor der SCM-Torwart den Sonntag Töchterchen Fia (3) und seinem gerade ein Jahr alt gewordenen Söhnchen Bosse widmete, war mit Ehefrau Katharina ein Ausflug nach Köln angesagt. Dort stand am Freitagabend die Musik-Entertainment-Show X-Factor des Fernsehsenders Sky auf dem Programm.

Quenstedt bei der Muskishow X-Factor

„Der Cousin meiner Frau hatte da seine erste Liveshow. Deshalb habe ich am Freitag extra schon früh trainiert, um dann mit dem Auto nach Köln zu fahren und ihn vor Ort als Fan zu unterstützen“, erklärt Quenstedt. Und die Unterstützung hatte Erfolg. Jan-Marten Block schaffte es mit seinem Song „Take me to church“ von Hozier unter die besten acht. Nachdem vier Talente von den Zuschauern direkt gewählt wurden, bekam Jan-Marten dann das Ja vom Berliner Rapper Sido, der einer der Juroren der Sendung ist.

„Jan-Marten ist ein richtig begnadeter Sänger und hat auch in Köln wieder stark gesungen. Das macht er richtig gut“, beschreibt Quenstedt den Gänsehaut-Faktor bei X-Factor.

Das 23-jährige Gesangstalent stammt wie Quenstedts Ehefrau aus dem Norden und arbeitet als privater Musiklehrer auf Sylt. Mit seiner tiefen Stimme hat er schon bei Quenstedts Hochzeit für Gänsehaut gesorgt. Quenstedt: „Da hat er All of me von John Legend gesungen. Ein richtig cooles Lied. Und auch das hat er richtig toll rübergebracht.“

SCM-Torhüter in Köln

Am Sonnabend war bei den Quenstedts dann Sightseeing in Köln angesagt. „Durch unsere vielen Spiele und meine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement hatte ich für solche Dinge nie Zeit und wollte das jetzt mal mit meiner Frau nutzen. Vor allem den Dom wollte ich mir unbedingt mal anschauen.“

Am liebsten würde er irgendwann auch mal „dienstlich“ nach Köln fahren. Quenstedt: „Hier findet schließlich immer das Final-Four der Champions League statt. Dort mal dabei zu sein, ist natürlich der Traum jedes Handballers.“

Quenstedt will einen Titel

Ein Traum wäre es auch, sich mit einem Titel aus Magdeburg zu verabschieden. Der in Burg geborene SCM-Torwart wechselt ja zu nächsten Saison zum THW Kiel. Quenstedt: „Schön, dass auch die Fans dafür Verständnis zeigen und mich in den Spielen wie immer super unterstützt haben.“

Gelber Torwartpullover statt roter Trainingsjacke. Beim Sieg gegen Hannover durfte Quenstedt auch erstmals in dieser Saison von Beginn an zwischen die Pfosten. „Ein schönes Gefühl, gerade vor den eigenen Fans wieder mal anzufangen“, sagt Quenstedt, der sicherer Rückhalt seines Team war. Dass in den Spielen zuvor Jannick Green zunächst im Tor stand, nahm er mit Verständnis hin. „Ich hatte mich zum Ende der Vorbereitung am Rücken verletzt, war zum Saisonbeginn nicht richtig fit. Und Jannick hat dann super gehalten. Da gab es für den Trainer überhaupt keinen Grund, zu wechseln.“

Nun geht es für ihn und das Team nach Ludwigshafen. Dass es dort nur um die Höhe des Sieges geht, will auch Quenstedt so nicht stehen lassen. „Dass wir dort gewinnen müssen, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber wir dürfen nicht überheblich sein. Denn in der Bundesliga muss man sich jeden Sieg hart erarbeiten.“

Die knallharte Ansage von Trainer Bennet Wiegert bei der letzten Auszeit im Spiel gegen Hannover kam deshalb beim Team voll an. Quenstedt: „Er wollte damit unsere Sinne schärfen. Das hat er auch geschafft. Wir werden Ludwigshafen nicht unterschätzen.“

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