Magdeburg l Beim Heimspiel gegen TuS N-Lübbecke, das der SCM am Donnerstagabend mit 34:24 siegreich gestalten konnte, skandierten die Zuschauer viele Spielernamen. Einer tauchte ob der starken Leistung jedoch besonders häufig auf, nämlich der von Dario Quenstedt. Mit 18 Paraden und einer Fangquote von 43,9 Prozent agierte der 28-Jährige erneut auf Top-Niveau.

So hielt und hält insbesondere der Monat April für den Torwart einiges bereit, auch wenn Quenstedt selbst das etwas relativiert: „Es läuft ja nicht erst sei April gut, sondern ich konnte seit Jahresbeginn meine Spielanteile erhöhen und das mit wirklich guten Leistungen zurückzahlen“, sagt er nach der Regeneration mit der Mannschaft am Freitagmorgen.

Dennoch: Die kurzfristige Nachnominierung in die deutsche Nationalmannschaft, nachdem Torhüter Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) aus privaten Gründen vor einer Woche das Testspiel gegen Serbien nicht bestreiten konnte, war eine besondere Überraschung in diesem Monat.

„Ich hatte schon das Training beim SCM absolviert und war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als mich Bundestrainer Christian Prokop angerufen hat“, berichtet Quenstedt. Der habe nämlich wissen wollen, ob Quenstedt die Anreise nach Dortmund auf sich nehmen würde – und zwar auch mit dem Wissen, dass sein Einsatz recht kurz sein könnte. Für Quenstedt eine einfache Entscheidung: „Wenn der Bundestrainer anruft, da sage ich doch nicht nein. Da wäre ich auch mit dem Fahrrad hingefahren“, sagt er und lacht.

Vertrauliches Gespräch

Ob sein Auftritt im Nationaltrikot, den er mit einem gehaltenen Siebenmeter in den Schlussminuten krönen konnte, nun auch Schlüsse auf die bevorstehende Handball-WM 2019 zulässt? „Genau das beschäftigt mich auch, deshalb bin ich nach dem Testspiel auf den Bundestrainer zugegangen und habe das Gespräch gesucht“, sagt Quenstedt. Er habe wissen wollen, ob Prokop mit dem Torhüter-Duo Silvio Heinevetter und Andreas Wolff plane und wie er seine Leistungen einschätze. Wie die Antworten des Bundestrainers ausgefallen sind – „das ist vertraulich“.

Neben den Erfolgen auf dem Spielfeld geht es für den Torhüter in den kommenden Wochen auch in Sachen Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement voran. Am 25. April steht die schriftliche, im Juni dann noch die mündliche Prüfung an. „Es ist schon ein großer Druck, der auf einem lastet. Nicht nur im Bundesliga-Alltag, sondern eben auch in der Ausbildung“, sagt Quenstedt dazu. Daher sei es auch eine enorme Last, die von ihm abfalle, wenn die Ausbildung erfolgreich beendet ist.

Bevor er jedoch einen Haken hinter die Ausbildung setzen kann, stehen zuvor mit dem Final Four und den Ottostadt EHF-Cup Finals erst einmal noch zwei sportliche Höhepunkte an. Und hinter die würde die gesamte Mannschaft mit Sicherheit liebend gerne auch zwei Haken setzen – und zwar in Form eines Titelgewinns. „Ich war jetzt schon drei Mal in Hamburg dabei, ich weiß, was dort für eine emotionale und geile Stimmung ist“, sagt Quenstedt. „Da überwiegt bei mir definitiv die Vorfreude, ich verspüre keinen Druck.“

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