Magdeburg l Es war ein Kampf bis zur letzten Sekunde – doch der SC Magdeburg konnte ihn am Donnerstagabend nicht für sich entscheiden. Mit 28:29 verlor die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert schlussendlich gegen die Gäste aus Göppingen. Die Niederlage war gleich dreifach bitter: Zum einen, weil Göppingen durchaus zu schlagen war, aber dem SCM dennoch die erste Heim-Niederlage zufügte. Zum anderen, weil den Magdeburgern dadurch wichtige Punkte im Rennen um die Meisterschaft durch die Lappen gegangen sind.

"Das tut richtig weh"

„Wir sind nicht mehr dieselben, die wir noch im September waren“, sagte Kapitän Christian O‘Sullivan und rang danach erst einmal nach Worten. Erst das Ausscheiden im EHF-Cup, jetzt die unnötig verlorene Partie gegen Göppingen, die eigentlich dafür gedacht war, eine positive Reaktion zu senden. „Das tut richtig weh“, meinte O‘Sullivan.

Anscheinend können die Grün-Roten die momentane Situation mit mehreren angeschlagenen Spielern doch nicht so einfach wegstecken. Das Knie von Christian O‘Sullivan war weiterhin dick bandagiert, Albin Lagergren lief nach Grippeerkrankung und Antibiotikum-Einnahme zwar auf, die gewohnte Leichtigkeit brachten jedoch beide nicht auf die Platte.

SCM setzte sich ab

Von Vorteil allerdings war, dass auch Göppingen nicht aufs Tempo drückte, sondern es im Gegenteil eher verschleppte. So entwickelte sich eine zähe Partie, bei der sich bis zum 4:4 (12. Minute) keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Danach aber kam der SCM ins Rollen, setzte sich mit einem 4:0-Lauf auf 8:4 ab. Die Weichen zum nächsten Heimsieg waren gestellt – zumindest schien es so.

Doch die Schwaben kämpften sich nach einer Auszeit wieder auf 8:8 (20.) heran. Und profitierten dabei auch von zehn technischen Fehlern der Magdeburger vor der Pause, die die Zuschauer so schon länger nicht mehr gesehen hatten. „Es überwiegt die Enttäuschung. In der Kabine war es mucksmäuschenstill. Dass wir am Ende aber überhaupt noch auf einen Punkt hoffen konnten, war angesichts unseres Spiels ein Wunder. Und unser letzter Angriff war sinnbildlich für die gesamte Partie, als wir den Ball aus dem Halbfeld direkt dem Gegner in die Arme gespielt haben“, resümierte Bennet Wiegert.

Drei-Tore-Rückstand

Der SCM hatte den Warnschuss nach der ersten verspielten Vier-Tore-Führung zwar vernommen. Lernte aber nicht daraus. Denn beim 15:15-Halbzeitstand wurden die Seiten gewechselt. Und aus der Pause kehrte Göppingen aufgeweckter und kampfbetonter auf das Spielfeld zurück. Schnell setzten sich die Gäste auf ein 16:19 ab. Auf der Gegenseite sorgte Jannick Green allerdings dafür, dass der SCM in einen nicht noch größeren Rückstand geriet.

In der Folge entwickelte sich eine leidenschaftliche und hektische Partie. Göppingen wollte den Auswärtssieg unbedingt. Der SCM konnte beim 27:27 eine Minute vor Schluss zwar noch mal hoffen – doch die Schwaben hatten das Quäntchen Glück und Cleverness an diesem Abend auf ihrer Seite.

Statistik

SCM: Green, Quenstedt - Musa 2, Musche 6/1, Kluge, Pettersson 5/1, de la Pena, Plaza Jimenez 2, Molina, Christiansen, Lagergren 3, O'Sullivan 5/1, Bezjak 4, Weber 1/1, Damgaard

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Prost - Kneule, Ritterbach, A. Damgaard, Heymann 4, Bagerstedt 2, Peric 3, Sliskovic 4, Schiller 5, Rentschler 3, Goller, Schöngarth 2, Zelenovic, Kozina 6

Schiedsrichter: Marc Fasthoff/Peter Behrens (Wuppertal/Neuss)

Zuschauer: 6600

Siebenmeter: 4/8 – 0/4

Zeitstrafen: 1 – 6

 

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