Hannover l Das Gefühl der Leichtigkeit ist weg. Und nach der 28:31 (14:15)-Niederlage bei Hannover-Burgdorf kam bei Erik Schmidt, dem Kreisläufer des SC Magdeburg, noch ein weiteres, ungutes Gefühl hinzu: Ratlosigkeit. „Wenn es nur kleine Stellschrauben sind, an denen wir drehen müssten, dann hätten wir das vielleicht auch im Spiel geschafft“, sagte Schmidt und bilanzierte: „Wir haben die erste Halbzeit noch gut mitgehalten, in der zweiten werden wir an die Wand gespielt. Finden im Angriff keine Lösungen. Die brauchen wir aber – und zwar schnell.“

Während Hannover-Burgdorf seine Tabellenführung weiter verteidigt, kommt der SCM nicht aus dem Mittelmaß hinaus und steht mit 10:8 Punkten auf Rang acht. Für Trainer Bennet Wiegert liegen die Gründe auf der Hand: „Die Trefferquote war ausschlaggebend. 20 Fehlwürfe sind auswärts zu viel, da wird es überall schwierig zu bestehen. Und uns fehlt im Moment die Leichtigkeit, auch in kritischen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

SCM gibt Führung ab

Dabei hatte es der SCM selbst in der Hand. Fast bis zur Halbzeitpause lag das Team in der Tui-Arena vor rund 8000 Zuschauern vorn. Doch in den letzten Sekunden machte sich da der unbändige Wille von Hannover bemerkbar, diese Partie entscheiden zu wollen. Beim Stand von 14:14 (29.) warf der Gastgeber alles in die Waagschale, um mit einem Tor Vorsprung in die Kabine zu gehen. Und per Siebenmeter, den Timo Kastening verwandelte, gelang ihnen das auch (15:14/30.)

Es war insofern ein bitterer Zwischenstand, da der SCM „mit ein bis drei Toren“ hätte führen können, sagte Wiegert. Nur war es die eigene Chancenverwertung und die Leistung von Urban Lesjak im Tor der Gastgeber, die das verhinderten. „In der ersten Halbzeit war ich auch mit meinem Management zufrieden“, zeigte sich Wiegert danach selbstkritisch, denn in den folgenden 30  Minuten hätte er rückblickend wohl anders agiert.

SCM-Angriff reibt sich auf

Vor allem Michael Damgaard, der in der ersten Halbzeit nur während einer Zweiminutenstrafe von O‘Sullivan aufs Feld durfte, da aber gleich zwei Tore warf, fand nach der Pause nicht mehr ins Spiel. „Ihn hätte ich gerne früher wieder gebracht“, haderte Wiegert, allerdings: „Er hat drei Wochen nicht trainiert, seine Fußverletzung ist nicht ausgestanden.“ Als Damgaard dann die Chance bekam, überzeugte auch er nicht. „Das ist natürlich auch schwer, wenn ich ihn reinwerfe und er weiß, dass er sofort funktionieren muss“, sagte Wiegert.

So rieben sich O‘Sullivan und Marko Bezjak im Angriff auf, während Hannover mit einem blendend aufgelegten Spielmacher Morten Olsen, dem starken Lesjak im Tor und einer griffigen Abwehr zu Beginn der zweiten Hälfte den Sack zumachte. Sie konnten es sich sogar erlauben, noch ein, zwei Angriffe zu vertändeln, da sich Lesjak in einen wahren Rausch spielte. „Wenn du diesen Flow hast, ist das unbezahlbar. Wir hatten dieses Gefühl in den vergangenen zwei Spielzeiten und wissen daher, was es wert ist“, stellte Wiegert ernüchtert fest.

Auch eine Umstellung in der Defensive in den letzten zehn Minuten (19:24), bei der Filip Kuzmanovski vorgezogen Fabian Böhm aus dem Spiel nahm, brachte nicht den erhofften Effekt. „Wir haben versucht, sie aus der Reserve zu locken, aber es klappte nicht“, resümierte SCM-Coach Wiegert.

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