Magdeburg l Nach Rang fünf (2016/17) und Rang vier (2017/18) will der SC Magdeburg am Ende der aktuellen Handball-Saison auf Bundesliga-Rang drei landen. Dafür muss am Sonntag in der Getec-Arena (16 Uhr, Sky und MDR) aber ein Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen her. Auf dem Papier ist es das Top-Spiel des Spieltages. In der Realität aber wohl eher ein Duell der Frustrierten.

Titelträume geplatzt

Während Magdeburg gegen den FC Porto bereits im Herbst aus dem EHF-Cup flog und vor drei Wochen gegen Kiel das Pokalfinale verlor, platzte bei den Rhein-Neckar Löwen schon Ende März durch das Achtelfinal-Aus gegen Nantes der große Traum in der Champions League. Ob es in der Bundesliga am Ende Rang drei oder vier wird, scheint für die Löwen jetzt wohl eher nebensächlich zu sein. Schließlich sollte es eigentlich auch in der Bundesliga um den Titel gehen.

Ähnlich wie in Magdeburg diskutieren auch in Mannheim die Fans gerne und oft darüber, warum Trainer Nikolaj Jacobsen eher selten rotieren lässt. Schließlich sitzen da unter anderem mit Steffen Fäth sogar gestandene Nationalspieler auf der Bank. Solch hochkarätige Alternativen hat SCM-Trainer Bennet Wiegert natürlich nicht.

Mertens muss sich gedulden

Während er auf Rechtsaußen problemlos zwischen Robert Weber und Daniel Pettersson tauschen kann und das auch regelmäßig macht, erhofft sich so mancher Fan dieses Wechselspiel auch auf der Linksaußen-Position. Da wirkte Matthias Musche zuletzt schon etwas müde. Verständlich. Schließlich hat der Nationalspieler schon 55 Spiele seit Vorbereitungsbeginn in den Knochen. Es soll aber bei nur kurzen Ruhepausen für Musche bleiben. Denn Wiegert will Lukas Mertens nach dessen langer Pause wegen eines Kreuzbandrisses nicht zu früh überbelasten und in die Verantwortung nehmen. Wiegert: „Lukas weiß Bescheid. Zwischen uns gibt es da eine klare Absprache. Und deshalb lass ich mich jetzt auch nicht unter Druck setzen, sondern bleibe bei meiner Linie.“

Die aufkommende Kritik in den sozialen Netzwerken und Foren ist dem Trainer natürlich nicht entgangen. Wiegert: „Ich finde es leider auch teilweise respektlos gegenüber unseren Spielern. Natürlich hätten wir gerne einen Titel geholt. Aber in der Bundesliga stehen wir auf Rang drei, liegen dabei unter anderem zehn Punkte vor den Füchsen Berlin. Da kann es nicht sein, dass es jetzt diese Unruhe gibt.“

Fragezeichen bei zwei Spielern

Ob auf anderen Positionen rotiert wird, lässt der Trainer offen. Im Tor erwischten in Erlangen zuletzt Jannick Green und Dario Quenstedt beide nicht ihren besten Tag. Und im Rückraum und in der Abwehr hängt alles von den Verletzungen bei Christian O’Sullivan und Piotr Chrapkowski ab. Bei „Sulli“ gibt es zumindest die gute Botschaft, dass er nicht operiert werden muss. Trotzdem hat er noch Schmerzen im linken Knie. Deshalb entscheidet sich sein Einsatz am Sonntag erst kurzfristig.

Genau wie bei „Chrapek“, der Probleme mit seiner rechten Schulter hat. Der Pole will jetzt noch einmal einen Experten in seiner Heimat konsultieren und dann entscheiden, ob er sich möglicherweise doch besser einer Arthroskopie unterziehen muss. Wiegert: „Er muss selbst entscheiden, ob er spielen kann. Aber wenn beide ausfallen, wäre das für uns schon ein Problem.“

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