Magdeburg l Den 7. September haben sich die Fans des SC Magdeburg schon lange dick im Spielplan der neuen Saison angekreuzt. Schließlich sind die Spiele gegen den THW Kiel immer besondere Handballfeste. Auch die Grün-Roten selbst können den Anwurf kaum erwarten. „Wir freuen uns alle auf den Samstag“, sagt Trainer Bennet Wiegert.

Dass Albin Lagergren nach seiner Operation am rechten Fuß wieder spielen kann, freut den Trainer natürlich besonders. Die absoluten Wunderdinge sind vom Schweden aber noch nicht zu erwarten. Wiegert: „Ich glaube, dass er sich selbst gut fühlt. Aber wir wollen ihn kontinuierlich aufbauen und die Belastung lieber Schritt für Schritt steigern. Der operierte Fuß selbst ist dabei auch nicht das Problem. Nach so langer Pause besteht aber immer das Risiko von Muskelverletzungen.“

Fußbruch im April

Aber gerade Kiel dürfte dem Linkshänder Flügel verleihen. Denn gegen den THW hat er sich schließlich im April beim Final Four um den DHB-Pokal verletzt. Nach 20 Minuten blieb Lagergren nach einem Angriff am gegnerischen Kreis liegen und musste raus. „Ich dachte zunächst, es ist nicht so schlimm, und wollte mich tapen lassen, um weiterzuspielen. Doch als ich kaum noch richtig auftreten konnte, hatte es leider keinen Zweck mehr“, erinnert sich Lagergren. Mit ihm lag der SCM im Pokalfinale in Führung, ohne ihn hieß es am Ende 24:28. Und viele sind sich sicher, dass es mit Lager-gren anders gelaufen wäre.

Ist natürlich spekulativ. Aber wie es gegen Kiel mit Lagergren läuft, können und wollen die Magdeburger heute zeigen. Der rechte Fuß, in dem jetzt auch ein eingesetzter Metallstift für Stabilität sorgt, macht Lagergren keine Probleme mehr. „Die Muskeln sind ein bisschen müde. Aber das ist nicht so schlimm“, so der 26-Jährige.

Endlich wieder auf der Platte stehen zu können, lindert jeden Schmerz und jede Müdigkeit. Lagergren: „Fünf Monate Pause sind lang und hart. Ich bin es zwar gewohnt, auch mal alleine zu trainieren. Aber die Einheiten bei der Reha machen natürlich auch nicht so viel Spaß wie das Training mit der Mannschaft. Vor allem auch, weil jetzt wieder so richtig ein Ball im Spiel ist.“

Comeback in Lemgo

Dass er schon in Lemgo sein Comeback feierte, war so allerdings nicht geplant. Aber Christoph Steinert hatte sich beim Auswärtsspiel in Lemgo am letzten Sonntag am Rücken verletzt. Deshalb musste Lagergren schon in der Lipperlandhalle ran – und feierte mit zwei schnellen Toren ein starkes Comeback. Lagergren: „Das war ein schönes Gefühl.“ Gegen Kiel ist es aber wichtig, zwei erfahrene Linkshänder im Rückraum zu haben. Und Steinert dürfte auch wieder dabei sein. Lagergren lobt: „Ein super Spieler. Wir beide kommen auch gut miteinander klar und ergänzen uns.“

WM-Traum mit Schweden

Im nächsten Sommer muss sich Lagergren aber an neue Kollegen gewöhnen. Er wechselt am Saisonende bekanntlich zu den Rhein-Neckar Löwen. Ist aber für ihn überhaupt noch kein Thema. Lagergren: „Für mich zählt bis dahin nur der SCM. Und ich will mich unbedingt auch mit einem Titel aus Magdeburg verabschieden. Am liebsten natürlich mit der Meisterschaft. Das hätte große Bedeutung für mich. Die Bundesliga ist schließlich die beste Liga der Welt.“

Endlich wieder auf der Platte mit Leistungen überzeugen zu können, ist für Lagergren auch wichtig im Hinblick auf das Nationalteam. Die nächste EM findet ja auch in seiner Heimat statt. Lagergren: „Für das Finale wird in Stockholm sogar ein Fußballstadion so umgebaut, dass 20 000 Zuschauer reinpassen. Dort zu spielen, wäre ein absoluter Traum.“