Magdeburg l Christoph Steinerts Einsatzzeiten sprechen für sich. Gegen Nordhorn-Lingen saß er auf der Bank. Im Spiel gegen den THW Kiel kam er auf nicht einmal fünf Minuten. Gegen Melsungen war es immerhin fast eine Viertelstunde. Der Rückraumspieler des SC Magdeburg kann zurzeit nicht sein volles Potenzial abrufen – und daraus macht er auch kein Geheimnis. „Ich bin nicht bei einhundert Prozent“, sagt Steinert, „und es ist besonders schade, dass ich gerade in der Phase zurückgeworfen wurde, in der wir eine englische Woche und somit viele Spiele hatten.“

Zurückgeworfen haben ihn muskuläre Probleme im Rücken, die nach einer Abwehraktion im Spiel gegen den TBV Lemgo aufgetreten sind. „Da hat einfach ein Muskel zugemacht. Das hatte ich vorher noch nie, daher wusste ich erst einmal auch gar nicht, wie ich damit umgehen soll“, erzählt Steinert. Aufgrund der Schmerzen war kein Training möglich. „Vor der Partie gegen den THW Kiel konnte ich keine einzige Trainingseinheit mitmachen“, blickt der 29-Jährige zurück.

Wiegert will Spieler nicht verheizen

Eine Situation, die nicht nur für den Neuzugang, sondern auch für SCM-Trainer Bennet Wiegert herausfordernd ist. Denn schon seit der Saisonvorbereitung im Juli muss er im rechten Rückraum mit Weitblick agieren. „Zuerst war es Albin Lagergren, der nach seinem Mittelfußbruch erst einmal aufgebaut werden musste“, erinnert sich der Trainer. Als Lagergren nach der Sommerpause in Magdeburg ankam, war an Mannschaftstraining noch nicht zu denken. Er machte gerade seine ersten Schritte ohne Krücken, trainierte individuell.

Dagegen stieß Steinert nach einer Knieverletzung fit zur Mannschaft. In den Testspielen war er deshalb im rechten Rückraum gesetzt. „Das ist zum einen ein Vorteil, weil ich so die Spielzüge in einer Partie gleich drei, viermal durchlaufen habe. Zum anderen geht es aber auch an die Substanz und kostet Kraft“, berichtete Steinert vor dem Bundesliga-Start.

Spagat in punkto Belastung

Schon in dieser Phase also war die Belastungssteuerung für Trainer Wiegert ein Spagat – und es scheint, als ob das auch noch eine Weile so bleiben wird. Obwohl sich die Voraussetzungen mittlerweile etwas geändert haben. Lagergren gab nach Steinerts Verletzung in Lemgo früher als erwartet sein Comeback und fügt sich seither gut ein.

„Es ist schön, dass Albin einen guten Eindruck hinterlassen hat“, sagt Wiegert, merkt aber auch an: „Bei ihm ist das Risiko einer Folgeverletzung immer noch groß. Wir wollen ihn auf keinen Fall zu früh verheizen.“ Über die volle Spielzeit geht der Schwede deshalb noch nicht.

Euphorie nach Kiel-Spiel verflogen

Auch Steinert befindet sich auf dem Weg der Besserung. Durch regelmäßige Besuche bei den Physiotherapeuten kann er im Training wieder dabei sein: „Es wird besser. Ich bemerke es zwar noch, aber ich kann wieder spielen und bin einsatzbereit.“

Trotzdem: Bennet Wiegert muss weiterhin die richtige Balance finden, um beiden Spielern die nötigen Pausen zu gönnen. Aber eben auch, um eine erfolgsversprechende Lösung auf dem Spielfeld zu präsentieren. Ein Teil dieser Lösung will Steinert auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder sein. Auch, um den SCM in Partien wie gegen Melsungen auf dem Feld unterstützen zu können. „Diese Niederlage in Melsungen war ein großer Dämpfer“, sagt er, „denn nach dem Sieg gegen Kiel war ich total euphorisiert und dachte, uns kann keiner schlagen.“ Bekanntlich kam es anders, „und das war ein herber Schlag“.

Am Sonntag im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen (13.30 Uhr) will Steinert wieder punkten. „Wir haben uns durch die Niederlage nichts verbaut, weil alle Spitzenclubs Punkte gelassen haben“, sagt er. Dennoch: Vorkommen soll das bestenfalls trotzdem nicht mehr. Und mit steigender Einsatzzeit möchte auch er seinen Teil dazu beitragen.

Mehr zum SC Magdeburg lesen Sie hier.