Coburg/Magdeburg l Tiefes Durchatmen beim SC Magdeburg. Wie vor einer Woche gegen Stuttgart ließen die Grün-Roten auch in Coburg vieles zu wünschen übrig. Aber im Gegensatz zur Niederlage am vergangenen Sonntag reichte es gestern in Oberfranken am Ende trotzdem zum Sieg. Großen Anteil am 28:26 (14:15) hatte Torwart Tobias Thulin.

Green musste mit Knieproblemen passen

Wie befürchtet konnte Jannick Green aufgrund seiner Knieprobleme nicht zwischen den Pfosten stehen. Doch Thulin wurde nicht umsonst von der schwedischen Nationalmannschaft nachnominiert. Und das bestätigte der 25-Jährige mit 13 ganz wichtigen Paraden. Gerade dann, wenn es für sein Team richtig eng werden könnte, war er da und hielt die Bälle. Dabei sogar gleich zwei Siebenmeter der Coburger.

„Wir kommen eigentlich ganz gut ins Spiel, versäumen aber, auf drei, vier Tore wegzugehen und machen es uns dann mit unverständlichen Fehlern selbst schwer“, analysierte Trainer Bennet Wiegert nach Spielende.

Gemeint war, dass die Magdeburger mit einem 6:1-Lauf das Ergebnis nach 13 Minuten auf 7:4 stellten. Doch zehn Minuten später hieß es 11:11 und Wiegert musste seine erste Auszeit nehmen.

SCM lag zur Pause beim Aufsteiger zurück

„Bleibt ruhig. Mit falschen Entscheidungen verschenken wir gerade unseren Vorsprung“, ermahnte er seine Team in der Minibesprechung. Besser wurde es aber nicht. Weil die Bälle vor dem gegnerischen Tor weiterhin leichtfertig vertändelt oder verworfen wurden, trafen die Coburger in ihrer leeren HUK-Coburg-Arena zwei Sekunden vor der Pause sogar zur 15:14-Halbzeitführung.

Wer jetzt auf eine konzentrierte Aufholjagd des SCM gesetzt hatte, wurde enttäuscht. Die Gäste blieben fahrig. Und als Lukas Mertens zweimal scheiterte, hieß es aus Magdeburger Sicht nach 36 Minuten sogar 14:17. Wiegert: „Unterm Strich hatten wir Glück, dass Coburg auch viele Fehler machte und wir deshalb nach rund 40 Minuten das Spiel drehen konnten.“

Drei Schützen scheitern mit Siebenmetern

Omar Ingi Magnusson mit zwei Toren und Marko Bezjak glichen nach 39 Minuten zum 17:17 aus. Und Matthias Musche brachte drei Minuten später beim 19:18 den SCM wieder in Führung. Aber weil Coburgs Torwart Konstantin Poltrum genau wie Thulin einen starken Tag hatte und sogar mit 16 Paraden in der Statistik geführt wurde, konnten sich die Magdeburger nie richtig absetzen. Poltrum hielt sogar gleich drei Siebenmeter. Nach Magnusson hatten sich auch Tim Hornke und Christoph Steinert vergeblich bemüht.

So konnte der SCM selbst nach einem tollen Kempa-Trick zwischen Daniel Pettersson und Musche zum 24:21 (49.) das Spiel vorzeitig entscheiden. Denn fünf Minuten vor Schluss war der Vorsprung wieder auf einen Treffer geschmolzen. Weil Bezjak mit seiner ganzen Klasse in der Schlussphase aber noch zweimal traf und mit insgesamt fünf Toren bei fünf Versuchen die optimale Quote hatte, reichte es trotzdem zum wichtigen Sieg.

Musche mit sieben Toren bester Werfer

Musche war aber mit sieben Toren der beste Werfer beim dritten Sieg im dritten Auswärtsspiel. Die ganz große Stimmung dürfte auf der Rückfahrt aber nicht aufgekommen sein.

Wiegert: „Ich weiß selbst nicht so richtig, wie ich dieses Spiel bewerten soll – außer, dass wir jetzt zwei Punkte mehr haben. Ich habe versucht, immer wieder für frische Kräfte zu sorgen, damit keiner ermüdet und wir mental einen Vorteil haben. Aber trotzdem ist eines ganz klar: Wir können viel besser spielen und müssen uns ganz anders präsentieren.“