Fußball

Kilometer sammeln statt kicken

Wie hält man die Jungs auch ohne Spielbetrieb bei Laune? Mit einer Lauf-Challenge dachte sich Thomas Tietz, Trainer des SV Armina Magdeburg.

Von Von Kevin Gehring

Magdeburg l Schon seit Monaten ist der Jahnsportplatz in Buckau – wie sämtliche Anlagen in Magdeburg – verwaist. Zwischenzeitlich von einer dicken Schneemasse bedeckt, strahlt das Grün des Kunstrasens inzwischen wieder im Sonnenschein. Nur die wichtigsten Akteure, die Fußballer, fehlen weiterhin und sind gezwungen, sich auf anderen Wegen fit zu halten.

Dafür hat sich der Trainer der Landesklasse-Herren des SV Arminia, Thomas Tietz, etwas einfallen lassen. Mit der Unterstützung eines Sponsors fordert er seine Mannen gleich doppelt zum Lauf-Wettkampf.

„Wir haben die Mannschaft in zwei Gruppen aufgeteilt. Team jung und Team alt, das sich aber lieber Team hübsch nennt“, erzählt Tietz mit einem Schmunzeln. Beide Gruppen hatten nun seit Ende Januar das Ziel, pro Woche jeweils mindestens 125 Kilometer zurückzulegen: „Das war unsere Aufgabe, um die Challenge mit unserem Partner Antennenbau Lindemann zu meistern.“

Der Magdeburger Handwerksbetrieb hatte während des ersten Lockdowns bereits die Vereine mit einer Geldspende unterstützt, in denen sich seine Mitarbeiter aktiv engagieren. „Möglich war das, weil wir als Firma nicht wirtschaftlich von den Folgen der Pandemie betroffen sind“, erklärt Geschäftsführer Lutz Schünhoff.

Arminia-Coach Tietz ist seinerzeit auf diese Aktion aufmerksam geworden und hat dem Unternehmen einen Vorschlag unterbreitet. „Er bot an, mit seiner Mannschaft das Salär für die Unterstützung zu erlaufen“, so Schünhoff.

Ein mögliches Laufziel für dieses Projekt war schnell auserkoren. „Die virtuelle Runde, auf der sich die Standorte aller bisher unterstützten Vereine befinden, ist circa 125 Kilometer lang“, erklärt der ABL-Geschäftsführer. Für Thomas Tietz ein angemessenes Wochenziel für seine Mannen.

Damit diese aber nach dem Erreichen der vorgegebenen Strecke nicht weniger engagiert trainieren, hatte Routinier Ralf Gasch einen Einfall. Parallel zum gemeinschaftlichen Wettkampf treten beide Laufgruppen der Arminen intern gegeneinander an. „Der Einsatz hat es in sich“, erzählt Tietz. „Die Sieger dürfen sich bei der Abschlussfahrt von den Verlierern bedienen lassen.“

Dass dieses Ziel offenbar reizvoll ist, zeigte sich schon in der ersten Woche des Wettkampfes. Mit 160 und 170 Kilometern hatten beide Gruppen das Wochenziel weit überschritten. „Auch in den weiteren Wochen war die Motivation hoch und die 125 Kilometer eigentlich kein Problem“, sagt Tietz.

Lediglich der Schnee konnte die Arminen zwischenzeitlich ausbremsen, so dass die zunächst bis 28. Februar angedachte Challenge noch um eine Woche verlängert wurde. „Die Ergebnisse bisher sind sehr gut“, lobt Tietz, „wenn wir wieder auf den Platz dürften, wären wir dafür fit.“