American Football

Über einen Beinbruch in die Bundesliga: Banse wechselt von den Virgin Guards nach Dresden

Dominik Banse hat große Ziele vor Augen - und kann sich in diesem Sommer einen Traum erfüllen. Der Passverteidiger wechselt von den Regionalliga-Footballerin der Magdeburg Virgin Guards zum Erstliga-Spitzenteam Dresden Monarchs.

Von Kevin Gehring
Cornerback Dominik Banse setzt zu seinem Flug von den Virgin Guards zum Erstligisten Dresden Monarchs an. Foto: Verein

Magdeburg. Für Dominik Banse geht in diesem Sommer ein Traum in Erfüllung – sofern ihm die Corona-Pandemie keinen Strich durch die Rechnung macht. Ein Traum, den der junge Passverteidiger der Magdeburg Virgin Guards noch gar nicht so lange lebt. Banse hat sich in nur vier Jahren beim American Football über Umwege und viel sportliche Arbeit für die German Football League (GFL), die höchste Spielklasse in Deutschland, empfohlen, wird in der neuen Spielzeit für das Spitzenteam Dresden Monarchs auflaufen.

„Der Wechsel war mit viel Zufall verbunden“, sagt Banse zu seinem großen Schritt. Ein früherer Coach der Leipzig Hawks wechselte im Herbst in den Dresdner Coachingstab – und hatte den 25-Jährigen offenbar aus früheren Duellen in bester Erinnerung behalten. „Er hatte mich dann angeschrieben, ob ich nicht eine Woche zum Probetraining vorbeischauen möchte“, erzählt Banse. Dies tat er im September und war von Gegebenheiten bei den Monarchs sofort überzeugt. „Der Head Coach sagte, dass er sich gut vorstellen kann, dass ich dort spiele.“

Zuspruch von den Virgin Guards

Noch zögerte Banse jedoch mit seiner Entscheidung. Immerhin ist der Wechsel mit einem großen zeitlichen und organisatorischen Mehraufwand verbunden, ist der sportliche Unterschied zwischen der drittklassigen Regionalliga und der GFL immens. Erst Gespräche mit seinem Magdeburger Cheftrainer Harald Voelkel und dem Defense-Kapitän Bernhard Filipiak sorgten für die letzte Überzeugung. „Beide meinten, das ist eine Chance, die man wahrnehmen sollte, wenn man die Möglichkeit bekommt“, erzählt Banse. „Der Zuspruch von ihnen war im Endeffekt der entscheidende Faktor, dass ich diesen Schritt gehe“, fügt er an.

Coach Voelkel steht voll hinter dieser Entscheidung. „Unser Ziel ist es, Spieler auszubilden. Da ist es für uns als Virgin Guards klar, dass wir den Jungs bei einer solchen Möglichkeit nicht im Weg stehen wollen. Wenn man ein Ziel vor Augen hat und ehrgeizig daraufhin arbeitet, sollte man so eine Chance auch wahrnehmen“, erklärt er. „Es gibt nichts Schlimmeres, als im Nachhinein zu sagen: Ach hätte ich es mal gemacht ...“

Das Spiel wird physischer

Doch muss sich Banse mit dem Wechsel auch auf eine große Umstellung einstellen. „Das Playbook, die taktische Einstellung ist in Dresden viel ausgeprägter“, weiß er. Was ihm vom Probetraining allerdings besonders in Erinnerung geblieben ist: „Die Physis. Die Spieler sind schneller und weitaus physischer.“

Frühere Trainingseinheiten in der Verteidigung gegen Virgin-Guards-Waffe Benjamin Mittendorf seien dafür „sehr hilfreich“ gewesen, erzählt er. Doch gilt es nun eben, im höheren Tempo schnelle und richtige Entscheidungen zu treffen: „Man muss sich noch etwas wohlerfühlen in dem, was man auf dem Platz macht.“

Das kommt natürlich mit der Erfahrung – und von der hat Banse noch gar nicht so viel vorzuweisen. Erst vor vier Jahren hat der Magdeburger, der einst im FCM-Nachwuchs Fußball spielte, zum American Football gefunden.

Beinbruch bremst Banse nicht aus

Und der Einstieg in die neue Sportart lief schmerzhaft: „Im ersten Jahr habe ich mir im Training ohne Körperkontakt das Bein gebrochen“, erzählt Banse. Umso erstaunlicher ist die rasante Entwicklung, die der Quereinsteiger seitdem hinlegen konnte.

„Das klingt vielleicht doof, aber das Jahr, in dem ich den Beinbruch hatte, hat mir extrem geholfen“, befindet Banse rückblickend. „Ich war so angetan von der Sportart, konnte aber nichts machen, saß nur zu Hause. Ich habe die Zeit aber genutzt und versucht, mir so viel theoretisches Wissen wie möglich anzueignen“, erklärt er die kurios anmutende Aussage. „Obwohl ich nicht spielen konnte, habe ich die Liebe zum Sport gefestigt.“

So sehr, dass sich der Neuling nach seiner Genesung bei den Virgin Guards schnell in den Fokus spielen konnte, bei Cheftrainer Voelkel trotz der noch fehlenden spielerischen Erfahrung bald schon gesetzt war und zum Stammspieler als Cornerback wurde.

Für Fußball zu körperlich gespielt

Auf dieser Position kam ihm zugute, was zuvor als Fußballer bei den Junioren des MSV Börde oder später bei den Herren des SSV Besiegdas eher ein Nachteil gewesen ist. „Ich war häufig zu körperlich“, erzählt Banse aus seiner Zeit mit dem runden Leder lachend. „Beim Football wiederum macht sich das körperliche Spiel ganz gut“, ergänzt er. Eine andere Eigenschaft, die der Sportmanagement-Student schon seit Kindertagen in sich trägt, ließ sich ebenso gut auf seinen neuen Sport übertragen: „Ich bin sehr ehrgeizig, suche immer den Wettkampf.“

Und er steckt sich große Ziele, will sich stets verbessern. Da kam das Vorjahr, in dem die Football-Saison gänzlich der Pandemie zum Opfer gefallen ist, alles andere als gelegen. „Ich hatte im Training das Gefühl, dass ich mich verbessert habe. Das hätte ich sehr gerne in Spielen überprüft“, bedauert Banse. Dies will er nun mit den Dresden Monarchs auf noch höherem Level in der GFL nachholen: „Jetzt heißt es ranklotzen. Mein Ziel ist es, mich in der neuen Mannschaft – wie anfangs bei den Virgin Guards – wieder nach oben zu arbeiten.“