Reichlich Lehrgeld mussten die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer des Güsener HC in ihrer Partie gegen die SG Spergau zahlen. Vor heimischer Kulisse hieß es am Sonnabend 29:33. Und das, obwohl der GHC zur Pause mit 14:13 vorne lag und zwischenzeitlich eine Vier-Tore-Führung zu verbuchen hatte. Bester Werfer der Gastgeber war Chris Hoffmann mit fünf Toren.

Güsen. Nach dem Abpfiff entlud sich der Ärger der Güsener Ballwerfer ungebremst. Fliegende Handtücher, laute Flüche und auch die ein oder andere Träne der Wut – zu groß war die Enttäuschung über den verpassten Punktgewinn, um gute Miene zum sprichwörtlich bösen Spiel zu machen. Weniger die Niederlage an sich, sondern eher das Herschenken einer beruhigenden Führung und auch einige strittige Schiedsrichterentscheidungen gaben Anlass zur Verbitterung.

Der GHC trat zunächst in eigener Halle selbstbewusst auf und ging schnell mit 2:0 in Führung. Auch wenn die Gäste aus Spergau Mitte der ersten Hälfte ein wenig abreißen ließen (9:5), blieb die SG gefährlich. Die Güsener präsentierten sich in allen Mannschaftsteilen sehr ausgeglichen und teilten sich in der Offensive die Treffer brüderlich auf.

Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte glichen die Spergauer zum ersten Mal aus (13:13), doch gelang dem GHC noch der Treffer zur 14:13-Halbzeitführung. Die Mission "Heimsieg" schien auf einem guten Weg zu sein.

Auch mit Wiederanpfiff knüpften die Hausherren an ihre gute Leistung an und zogen erneut auf 19:15 davon. Doch sollte das Güsener Spiel in dieser Phase vor allem durch einige Entscheidungen der bis dahin unauffällig leitenden Schiedsrichter einen Bruch erleiden. Strittige Seitenaus-Entscheidungen, eigene Zeitstrafen und Strafwürfe für die Gäste warfen den GHC zusehends aus der Bahn. "Sicher wurde das Ganze dann auch von außen ein wenig aufgewiegelt, aber man muss klar sagen, das hier mit zweierlei Maß gemessen wurde", beurteilte GHC-Trainer Eric Steinbrecher die Leistung der Unparteiischen, denen er noch in der Halbzeitpause sein Lob ausgesprochen hatte.

Über die Stationen 22:21, 23:23 und 25:26 ging der Gast erstmals in Führung und sollte diese bis zum Abpfiff nicht mehr hergeben. Zwar versuchte Steinbrecher noch einmal alles, beschwor seine Mannschaft in einer Auszeit, nahm beim 29:31 Torwart Christopher Bretschneider heraus und brachte mit Fabian Steindorf einen siebten Feldspieler – es sollte aber nichts mehr nützen. Spergau brachte die Partie mit 33:29 nach Hause. Kurz vor dem Ende sah Güsens Arne Buchheister wegen seiner dritten Zeitstrafe zu allem Überfluss den Roten Karton. Nicht nur deshalb befand Steinbrecher: "Uns hat die Cleverness gefehlt. Sicher sind wir dann konditionell eingebrochen, aber wir müssen lernen, auch gegnerische Zeitstrafen zu provozieren, Spergau hat es vorgemacht. Ansonsten haben wir gekämpft, mehr ging nicht", befand der GHC-Coach abschließend.

Güsener HC: Bretschneider, Teske – Steindorf (2), K. Haßbargen (4), Buchheister (1), Hennig (3), Teßmann (4), Hoffmann (5), C. Beyer (4/2), R. Klewe (4), Salomon (1), Geue, Eichner (1)