Am 6. Spieltag der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga bezwang der Güsener HC den SV Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz mit 35:29 (16:14). Dabei stellte der GHC die Weichen schon früh auf Sieg und ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Doppelpunktgewinn aufkommen. Erfolgreichster GHC-Werfer am Wochenende war Chris Hoffmann mit 14 Treffern. Durch den Sieg gegen die Lutherstädter schob sich der GHC in der Tabelle auf Rang drei vor.

Güsen. Bedenkt man, dass die Güsener in den vergangenen beiden Spielzeiten gegen Grün-Weiß kaum etwas Zählbares holen konnten, überrascht der Sieg mit sechs Toren Unterschied schon. "Dass es am Ende so deutlich wird, haben wir nicht erwartet", gibt auch GHC-Trainer Eric Steinbrecher zu und ergänzt: "Wir haben aber gemerkt, dass Wittenberg/Piesteritz den Start in die Partie ein wenig verschlafen hat und haben das gnadenlos ausgenutzt."

Bis zum Stande von 10:10 (22.) verlief die Begegnung ausgeglichen. Die Hausherren verteidigten eine knappe Führung von ein bis zwei Treffern Unterschied, die Gäste hielten aber den Anschluss. Danach drehten die Güsener aber auf und zogen auf 14:10 davon (25.). Für Aufregung sorgte lediglich ein Ausfall der Hallenuhr. Doch während die Wittenberger zunehmend ihr Heil in Diskussionen mit den Unparteiischen suchten, ließ sich Güsen nicht aus der Ruhe bringen. Bis zur Pause verkürzten die Grün-Weißen zwar auf 14:16, doch sollte der GHC die Führung nicht mehr abgeben.

"Zur Pause habe ich den Jungs gesagt, was mir im ersten Abschnitt nicht gefallen hat. Das war vor allem das Abwehrverhalten, als wir unseren Torhüter oft mit unhaltbaren Bällen allein gelassen haben", blickt Steinbrecher auf die Halbzeitansprache zurück.

Und in der Tat kamen die Güsener wesentlich aggressiver als die Gäste aus der Kabine. Kurz nach dem Seitenwechsel brach die stärkste Phase der Einheimischen an. Dem druckvollen Spiel der Haßbargen und Co. hatten die Gäste kaum etwas entgegenzusetzen und so setzte sich Güsen mit bis zu sieben Toren ab (22:15). Mit der beruhigenden Führung im Rücken gelangen dem GHC technisch sehenswerte Aktionen. Vor allem das von Steinbrecher geforderte "Kleingruppenspiel", also schnelle Kombinationen zwischen zwei bis drei Akteuren untereinander, funktionierte mit traumwandlerischer Sicherheit.

Dass die Gäste nach zwei Zeitstrafen für den GHC in doppelter Überzahl zwischenzeitlich noch einmal auf vier Tore herankamen, beunruhigte wohl nur die wenigsten der erneut zahlreich vertretenen Zuschauer in der Elbe-Havel-Sporthalle. So blieb am Ende ein hochverdienter 35:29-Sieg, den der GHC-Coach aber nicht überbewerten möchte. "In der Tat können wir jetzt schon mal ganz verlegen nach oben schielen. Aber vor allem müssen wir auf dem Teppich bleiben und dürfen nicht aufhören, an uns zu arbeiten", lautete Steinbrechers abschließendes Fazit.

Güsener HC: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (6/2), Hennig (4), Teßmann, Hoffmann (14/1), C. Beyer (4), Lehnau, R. Klewe (4), Salomon (1), Eichner, E. Klewe (2)