Im Basketball-Derby gegen Eintracht Hohenwarthe kassierte der 1. Burger BV seine fünfte Niederlage in Folge (54:66) und verhalf den Gastgebern zu ihrem ersten Saisonsieg. In einer spannenden Landesliga-Partie hatten einmal mehr Ricardo Röxe und Marcel Mollenhauer auf Seiten der Burger ihre Emotionen nicht im Griff.

Hohenwarthe (stv). Für die Teams aus dem Jerichower Land läuft es in dieser Saison in der Basketball-Landesliga alles andere als rosig. Eintracht Hohenwarthe hat nach dem Wiederaufstieg aus der Bezirksliga mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie der BBV. Beide Teams blieben bislang erfolglos. Umso größer war die Spannung vor dem Lokalderby am Sonnabend, bei dem es wichtige Punkte für den Klassenhalt zu sammeln galt.

Mit zehn Feldspielern konnte Dirk Uhlemann, der wieder das Traineramt beim 1. Burger BV übernommen hat, auf eine volle Bank zurückgreifen. Dennoch erwischte sein Team einen katastrophalen Start. Bis zur siebten Spielminute gelang nur Ricardo Röxe ein Dreipunktewurf. Auf Seiten der Gastgeber war es André Fischer, der maßgeblich zur 16:3-Führung beitrug. Erst die Einwechslung von Steffen Hetzschold bescherte den Gästen weitere Punkte. Neben Abstimmungsfehlern mangelte es dem BBV an Selbstbewusstsein. Noch nie nahm man so wenige Würfe wie in dieser Saison. Die Trainingsdefizite und die Tabellensituation scheinen diesen Umstand noch zu verstärken. So setzte sich Hohenwarthe bis Ende des ersten Viertels auf 24:14 ab.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes vergingen vier Minuten, ehe Dennis Ziegler die ersten Punkte markierte. Trotz guter Verteidigungsleistung konnte der BBV diese Schwächephase nicht ausnutzen. Ein Geheimnis von Trainer Uhlemann bleibt wohl auch, warum der bis dato erfolgreichste Burger, Steffen Hetzschold, im gesamten zweiten Viertel auf der Bank blieb. Möglicherweise wäre mit ihm die Aufholjagd bis zur Halbzeitpause (33:26) deutlicher ausgefallen.

Auch zu Beginn des dritten Viertels blieben Korberfolge für den Burger BV Mangelware. Karsten Standke erhöhte auf 37:28. Als Burg aber durch Christopher Müller und Steffen Klamt sich zu fangen schien, gingen bei Marcel Mollenhauer die Nerven durch. Nach einem Foul beschwerte er sich lautstark bei den Schiedsrichtern und kassierte ein technisches Foul. Anstatt Mollenhauer zu besänftigen, machten die Spieler der Reservebank ebenfalls ihrem Unmut Luft und erhielten auch ein technisches Foul. Die Folge: Die Gastgeber gingen für acht Freiwürfe an die Linie, wovon sie sechs zum 43:32 verwandelten.

Trotzdem kämpfte sich Burg im letzten Spielabschnitt dank einer Mannverteidigung auf 50:51 heran. Positiv in Erscheinung trat in dieser Phase Neuzugang Matthias Henze, der zwar noch keine Punkte erzielte, aber mit ansehnlichen Pässen und einer guten Verteidigung glänzte. Warum Spielmacher Ricardo Röxe es nun Mollenhauer gleichtat, versteht wohl niemand. Den Freiwürfen ließ Martin Arnold noch ein Dreipunktewurf folgen, der die Niederlage für den Burger BV einleitete. Lediglich Hetzschold und Rambow leisteten noch Ergebniskorrektur.

"Bedingt durch berufliche und private Verpflichtungen haben alle großen Trainingsrückstand. Dieses Defizit durch zunehmende Spielpraxis ausgleichen zu können, war eine Fehleinschätzung", sagte BBV-Vorsitzender Steffen Voigt.

Will sein Team noch den ersten sportlichen Abstieg in der Vereinsgeschichte abwenden, muss in zwei Wochen gegen Aufsteiger Bernburg Baskets das erste Erfolgserlebnis her. Bis dahin kann gegen den MSV Börde am Freitagabend vor heimischer Kulisse Spielpraxis gewonnen werden. Ob dies ausreicht, ist sehr fraglich.

Eintracht Hohenwarthe: Rach (19), Standke (15), Fischer (12), Arnold (11), Ziegler (5), Märtens (2) Suchert (2) Brodrecht, Bulirsch

Burger BV: Röxe (14), Hetzschold (10), Müller (9), Klamt (8), Rambow (5), Mollenhauer (4), Voigt (4), Brennecke, Henze, Geisler