Burg l Marcel Probst hätte den Kurztrip nach München samt Champions-League-Autritt des FC Bayern noch mit einem Abstecher aufs Oktoberfest beschließen können, anstatt sich in aller Frühe ins Auto zu setzen und 600 Autobahnkilometer abzuspulen. Auch Fiete Walter dürfte an seinen 24. Geburtstag jeder Glückwunsch- statt Gelben Karte den Vorzug gegeben haben. Und irgendwie hätte bei den Landesliga-Fußballern vom Flickschupark am Mittwoch wohl jeder etwas Sinnstiftenderes mit dem Feiertag anfangen können, als sich im Heimspiel vom FC Einheit Wernigerode vorführen zu lassen, wie es bei 1:4 (0:3) phasenweise der Fall war.

Äußerlich gewohnt gelassen, köchelte es zumindest innerlich beim Trainer: „Die ersten 20 Minuten lassen sich bei allen unter ‚Arbeitsverweigerung‘ verbuchen.“ Da nämlich war der BBC 08 ein Schatten seiner selbst. Kaum ein Zweikampf, in den die Burger überhaupt hinein kamen. Wenn doch, gingen sie zuverlässig als Verlierer daraus hervor. Die fast körperlose und spannungsbefreite Spielweise gipfelte in einem schnellen 0:3-Rückstand nach angesprochenen 20 Minuten. „Wir wurden mit ganz einfachen Mitteln geschlagen: lange Bälle, dem zweiten Ball nachgehen und das Tor erzielen.“ Immerhin: Nach 32 Minuten ein Lebenszeichen der Gastgeber, als Philip Rißling einen guten Lauf über 60 Meter hinlegte, im Abschluss aber die Genauigkeit fehlte.

Auf Aubäumen folgt Einbruch

Viele Worte musste Probst in der Kabine dann auch nicht verlieren. „Die Mannschaft hat sich selbst zurechtgewiesen. Das musste auch sein und war wichtig.“ Nach Wiederbeginn folgte so auch ein Aufbäumen auf dem Platz, den die Gäste dem BBC 08 nun auffallend weiträumig überließen. Nachdem einige Eckbälle wenig einbrachten, war es schließlich ein Freistoß von Hannes Schock, an den Christopher Schmidt nur noch den Kopf halten musste – 1:3 (72.). „Was ich nicht verstehe, ist, dass danach die Leichtfertigkeit zurückkehrt“, nahm der Burger Coach das Ende vorweg, an dem Justin Riemann Bewacher Schock abschüttelte und zum 4:1-Endstand traf (79.).

Angesichts von sechs sieglosen Spielen zum Auftakt „müssen wir uns schnellstens etwas einfallen lassen“, so Probst. Viel Zeit dafür bleibt allerdings nicht, denn bereits am Sonnabend bittet der Liga-Neuling Schwarz-Gelb Bernburg (zuvor Süd-Staffel) ab 15 Uhr zum Duell. In der Form vom Mittwoch dürfte der BBC 08 an der Saale ein gern gesehener Gast sein.
Burg: Schumann – Schock, Teege, Ca. Madaus, Hähre (46. Friedrich), Saager (61. Hannan), Walter, Rißling (46. Musah), Lenz, Helbig, Schmidt
Wernigerode: Helmstedt - Salinski, Wandzik, Braitmaier, O. Schmidt, Wersig, Rogacki (74. Riemann), Wipperling (83. Heindorf), Harenberg, Blecker (68. Dannhauer), N. Schmidt
Tore: 0:1 Christian Harenberg (10.), 0:2 Rouven Blecker (12.), 0:3 Nick Schmidt (19.), 1:3 Christopher Schmidt (72.), 1:4 Justin Riemann (79.); SR: Tino Hanke (Wittenberg), Chris-Keneth Griebel, Hannes Bischoff; ZS: 84