Niegripp l Die Aussichten auf das erste Erfolgserlebnis der Saison waren schon nach der ersten Hälfte zunichte. Kopfschüttelnd und ziemlich konsterniert schlichen die Blau-Weißen in die Kabine, nachdem ein neunminütiger kollektiver Blackout alle Vorsätze über den Haufen geworfen hatte. Nach haarsträubenden Fehlern in der Defensive war die Mannschaft um Trainergespann Sandro Becker/Marcus Schlüter Mitte der ersten Spielhälfte unweigerlich auf die Verliererstraße geraten. Zwar hoffte Sandro Becker in der Halbzeitpause immer noch auf eine Wende zum Guten („Ein Unentschieden schien uns immer noch möglich“), doch die Hypothek dreier Gegentore wog einfach zu schwer.

Die erhoffte Trotzreaktion nach dem Auftaktdebakel blieb zunächst nicht aus. Zumindest in den ersten 20 Minuten zeigten die Gastgeber Biss, waren präsent und gewillt, das 0:9 aus der Vorwoche vergessen zu machen. Und hätte der Schussversuch von Jay Emig in der sechsten Minute aussichtsreich aus acht Metern mehr Erfolg gehabt, wäre das vielleicht genau der Mutmacher, das Signal zur richtigen Zeit, gewesen. So aber nahm die Partie einen Verlauf, die in der Anfangsphase noch nicht vorherzusehen war.

In der 20. Minute stimmte in der Niegripper Hintermannschaft die Zuordnung nicht, Tim Reiter kam völlig frei zum Schuss und traf zum 1:0. Als prompt nach dem Führungstreffer der einheimische Spielmannszug mit lauten Trommeln und Fanfaren auf dem Nachbarareal des Fußballplatzes mit seinen Proben für seinen nächsten Auftritt begann, sorgte das für allgemeine Erheiterung. Aber nur in den Möringer Reihen. Für Niegripp hielten die folgenden Minuten hohes Frustpotenzial bereit.

Nach der ersten von insgesamt zwei Trinkpausen war der Gast bei 30 Grad die wachere Mannschaft. Erneut Tim Reiter (26.) sowie Philipp Kühne (31.) nutzten eklatante Abwehrschwächen eiskalt und erhöhten auf 3:0. In dieser Phase ging bei den Blau-Weißen nichts. Die Unsicherheit in allen Mannschaftsteilen war deutlich spürbar, offensiv blieb es lediglich bei einigen zaghaften Bemühungen.

Nach dem Seitenwechsel stellten die Blau-Weißen um, spielten wieder mit Dreierkette, in der fortan Steve Zeuch für mehr Stabilität sorgte. Leise Hoffnung machte sich breit, als André Wittpahl in der 52. Minute der erste Niegripper Treffer in der neuen Saison glückte. Einen indirekten Freistoß aus acht Metern schlenzte der 24-Jährige ins linke Dreiangel. In den folgenden 15 Minuten schien der Aufsteiger aus der Altmark verwundbar. Niegripp war nah dran am Anschlusstreffer. Marco Westhause scheiterte zweimal per Kopf (55./57.), Ronny Pantenburg traf nur das Außennetz (65.). Als sich die Gastgeber dann aber einen Konter einfingen, den Kevin Beyer mühelos aus nächster Distanz abschloss, waren alle Messen gesungen (70.).