Pietzpuhl l Ein Mädchen gegen vier gestandenen Kerle: Das war die Ausgangsposition des Stechens um den Großen Preis von Pietzpuhl. In diesem S**- Springen hatte Parcoursbauer Fred Jäger den Reiter-Pferd-Paaren bis zu 1,45 Meter hohe Hindernisse in den Weg gestellt. Dirk Holländer vom RV Ihleburg startete ohne Fehler mit einer starken Zeit. Ralf-Werner König (Haldensleben) war im Sattel von Cashwell (13-jähriger Hannoveraner) ebenfalls zügig unterwegs, doch ein Abwurf beendete alle Hoffnungen auf einen Sieg – er musste sich mit Platz vier hinter Holländer begnügen.

Als dritte Starterin blieb Anne Wickert fehlerfrei. Auf Cass Quentino war sie zwei Zehntel schneller als Holländer. Nur noch Maximilian Schäfer vom RV Königsborn konnte ihr den Titel und das Preisgeld streitig machen. Auf seinem elfjährigen Deutschen Sportpferd For Ever ging Schäfer volles Risiko und kam ebenfalls ohne Fehler ins Ziel, doch es fehlten sieben Hundertstelsekunden zur Goldenen Schleife.

Der Sieg im Großen Preis ging somit an die einzige Amazone, die sich für das Stechen qualifiziert hatte. „Ich komme gern nach Pietzpuhl, die Wettkämpfe sind perfekt organisiert“, sagte Wickert bei der Siegerehrung und lobte anschließend die Gastgeber. „Die Familie Gotzel veranstaltet ein Turnier von Reitern für Reiter. Die Leute wissen, was sie tun.“ Die 28-jährige Tierärztin vom RFV Hüttenrode war am Sonnabend noch dienstlich verhindert. Umso mehr strahlte sie am Sonntag über ihren Erfolg. „Das ist unser zweiter Sieg in einem S-Springen in diesem Jahr.“ Gewonnen hat sie unter anderem Eintrittskarten für ein Handballspiel des SC Magdeburg.

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Gastgeber bleiben ohne goldene Schleife

Turnierleiter David Gotzel registrierte mehr als 800 Nennungen in 17 Springprüfungen auf dem Reitsportgelände am Eichenhof in Pietzpuhl. „Wir haben drei Tage lang hochkarätigen Sport erlebt“, sagte Wertungsrichter Frank Diener nach dem letzten Springen am Sonntag. Dabei erwies sich der gastgebenden Verein als sehr höflich, überließ die goldenen Schleifen den Gästen. „Nicht ganz freiwillig“, sagte Gotzel, „wir hätten schon gern den einen oder anderen Sieg mitgenommen.“ Selbst ist er mit einem zweiten Platz in einem A**-Springen knapp an der Goldenen Schleife vorbeigeschrammt. Zwei zweite Plätze in einem S*-Springen und einer Zweiphasen-M**-Prüfung waren die besten Ergebnisse für Gotzels jüngere Schwester Joan Wecke. „Wir sind an diesem Wochenende nicht das letzte Risiko gegangen, weil wir uns auf die Deutschen Meisterschaften im rheinländischen Zeiskam vorbereiten“, sagte Vater und Trainer Lutz Gotzel. Die Wettkämpfe finden vom 12. bis 15. September statt. Bei den Meisterschaften des vergangenen Jahres in München hatte Joan Wecke eines von drei Springen gewonnen. Stichwort gewonnen: Über ihren zweiten Saisonsieg nach Mützel im August freute sich Anna-Lena Nix vom RV Eichenberg Schlagenthin. Sie gewann im Sattel von Lemark ein A**- Springen vor Charlise Fleischlig (Schwittersdorf) und Severine Horst (Wahlitz).

Mit fünf goldenen Schleifen war der RV Ihleburg die erfolgreichste Gemeinschaft. Zweimal siegte Vereinschef Hendrik Holländer auf Capriso und Quintus, einem zwölfjährigen Deutschen Sportpferd. In der zweiten Abteilung der Zwei-Phasen-Springprüfung Klasse M am Samstagnachmittag belegten die Ihleburger Holländer und Steffen Buchheim die vier vordersten Plätze.

Qualifikationsprüfungen zu Juniorencups

Zur Qualifikation für den Eggersmann-Juniorcup zählte ein M*-Stilspringen am Sonnabend, aus dem Lena Neumeister aus Uthmöden als Siegerin hervorging. Auf Quintana bekam sie von den Richtern Frank Diener, Bernd Horn und Vera Beschnidt die Note 8.4. Platz zwei holte sich Jodie Schlüter aus Hohenerxleben vor Julien Golle (Münchehofe) und Katharina Jünemann (Heiligenstadt), die sich mit einer Note von 8.0 den dritten Platz teilten. Charlise Fleischlig aus Schwittersdorf setzte sich als Siegerin der zweiten Abteilung vor vier punktgleichen Reiterinnen durch. Lena Dreilich vom Wörmlitzer SV, Julia Ehrhorn (Schwanebeck), Kim Pauline Höper (Ohof) und Anna Ziegenfuß (Dingelstädt)erreichten jeweils eine Wertung von 8.1. In der Qualifikation zur Junior-Future-Tour ging der Preis an Claudia Hartig, die sich auf Finja unter 36 Teilnehmern durchgesetzt hatte.