Niegripp/Theeßen l Nach dem Rückrundenauftaktderby in der Fußball-Landesklasse zwischen der SG Blau-Weiß Niegripp und dem SV Theeßen gab es nach Abpfiff eigentlich nur eine brennende Frage: Waren die zwei Treffer, die Schiedsrichter Kevin Shaikh (Magdeburg) für die Gastgeber gab, im Tor oder nicht? 

Beide Trainer waren sich nach dem Abpfiff einig, dass keine Einigkeit besteht. „Die Spieler waren sich uneins, ob der Ball nun drin war oder nicht“, gab Theeßens Peter Müller zu Protokoll. Sein Gegenüber René Sandmann sagte: „Wir haben leider keine Torlinientechnik, aber so energisch wie die Schiedsrichter zur Mittellinie gezeigt haben, waren sie sich wohl sicher. Mir wäre es allerdings auch lieber gewesen, das Netz hätte gewackelt.“ Aber weder nach fünf Minuten, als Andre Wittpahl den Ball über die Linie befördert haben soll, noch nach 56 Minuten, als Marcus Schlüter den Ball mit einem wuchtigen Kopfball auf das Tor brachte, bewegte sich das Netz. Doch der Linienrichter war sich beide Male sicher, dass das Spielgerät mit vollem Umfang über der Linie war.

Rutschpartie statt Ballkontrolle

Trotz dieser möglicherweise nicht ganz eindeutigen Treffer waren die Niegripper das tonangebende Team. Natürlich spielte der SG Blau-Weiß dabei auch das frühe Führungstor in die Karten, so mussten schließlich auch die Gäste etwas für das Spiel tun, wollten sie Zählbares mitnehmen. Doch dem SVT gelang in Hälfte eins nicht viel. Spätestens im Mittelfeld wurden die Bälle verstolpert, was angesichts der Platzverhältnisse aber auch kaum verwunderlich war. „Der Boden war unglaublich tief und damit schwer zu bespielen“, konstatierte Müller, der seine Akteure auch im zweiten Durchgang mit der Standhaftigkeit kämpfen sah. Die Gäste rutschten oftmals weg, an Ballkontrolle war in diesen Momenten kaum zu denken. Doch es fehlte auch an Genauigkeit.

Die Gastgeber ließen hingegen nach dem Führungstreffer etwas den Biss der vergangenen Woche vermissen und setzten nicht entschlossen genug nach, um das Ergebnis nach oben zu schrauben. Wenn sie doch einmal durch die kompakte SVT-Abwehr durchkamen, verhinderte Theeßens Stefan Huhn Schlimmeres, sodass es mit 1:0 in die Pause ging.

Zwar hatten die Gäste nach dem Seitenwechsel etwas mehr vom Spiel als noch in Durchgang eins, Zählbares kam aber nicht zustande. Auch nach dem 0:2 bäumte sich Theeßen noch einmal auf, drängte die SG auch ein wenig in ihre eigene Hälfte, doch die Bälle fanden nicht den richtigen Weg. Anders bei den Gastgebern, die den Raum durch die aufgerückten Gäste natürlich zu nutzen wussten. Allerdings fehlte Niegripp abermals die letzte Konsequenz im Abschluss.

„Nach dem 2:0 hätten wir die Führung ausbauen müssen, aber ich glaube, der Akku ist einfach leer. Immerhin haben wir hinten nichts zugelassen“, resümierte Sandmann. Trotz der Niederlage war auch Müller nicht unzufrieden: „Wir haben alles gegeben und uns nicht abschießen lassen, damit können wir zufrieden sein.“

Niegripp: Rimpl – Plünnecke, Zeuch, Schäfer (62. Gerber), Pantenburg, Lindenblatt (46. Nabel), Mlynek, M. Schlüter, Wittpahl, B. Schlüter, Westhause (Böttcher 74.)

Theeßen: Huhn – Sachs, Kasenburg, T. Räcke, Geissler, K. Hoger, M. Räcke, Hinkelmann (74. Peters), Bay, Blum, Tschimmel

Tore: 1:0 Andre Wittpahl (5.), 2:0 Marcus Schlüter (56.); SR: Kevin Shaikh (Magdeburg), Ingo Henning, Nils Novak; ZS: 103