Heyrothsberge l Der Fußball-Landesligist erwischte zunächst einen denkbar ungünstigen Start in die erste Saisonhälfte, hat aber bis zur Winterpause die Kurve bekommen und angedeutet: Das zweite Jahr muss nicht zwangsläufig das schwierigere sein.

Aus Sicht von Daniel Stridde kam das Beste tatsächlich zum Schluss. Im letzten Hinrundenspiel hat sich der Union-Stürmer mit einem lupenreinen Hattrick zwischen der 78. und 83. Minute seinen Platz in den Landesliga-Geschichtsbüchern gesichert. Allerdings stand das Heimspiel gegen den SV Stahl Thale auch irgendwie sinnbildlich für das gesamte zurückliegende Halbjahr: Weil das Team in den ersten zwei Dritteln des Spiels nicht vom Glück verfolgt war, ihm wohl selbst auch nicht konsequent genug hinterherjagte, musste gegen Ende ein Kraftakt her.

Während es trotz klasse Moral gegen die Harzer nicht mehr reichte (3:4), haben sich die Unioner in der Tabelle zum Jahreswechsel zwei Plätze und vier Punkte oberhalb der Abstiegszone einquartiert. „Ab Ende September war endlich auch das Potenzial da und wir konnten zeigen, dass wir konkurrenzfähig sind“, umriss Trainer Torsten Völckel.

Dem vorausgegangen waren allerdings ganze sechs freudlose Wochenenden, die ohne einen einzigen Punktgewinn endeten. „Wir wussten, was uns in den ersten knapp zwei Monaten erwartet. Arbeit, Urlaub, Hochzeiten und Verletzungen – es kam alles zusammen. So sind wir dann im ersten Spiel gegen Wernigerode auch mit einem Kader angetreten, der kaum etwas bewegen konnte.“

Die Kehrtwende kam schließlich, als kaum jemand mit ihr gerechnet hatte. Vor dem Duell mit dem VfB Ottersleben am 7. Spieltag mochte man das Heyrothsberger Selbstvertrauen am Tiefpunkt verorten, doch ein knapper 1:0-Heimsieg gegen die ambitionierten Magdeburger sorgte für das dringend benötige Erfolgserlebnis. Auch in den beiden Duellen gegen Calbe und Aschersleben stimmte die Leistung, wenngleich bei beiden 1:1-Unentschieden mehr möglich gewesen wäre, doch spätestens mit dem 7:1-Kantersieg gegen den SV Förderstedt meldete sich der Aufsteiger der Vorsaison endgültig zurück. „In diesem Spiel hat eigentlich so gut wie alles funktioniert. Solche Tage gibt es Gott sei Dank auch noch.“

In den guten Lauf, der mit einem 2:0-Sieg gegen Germania Olvenstedt fortgesetzt wurde, platzten allerdings die knappen Niederlagen gegen Ilsenburg (2:3), Letzlingen (0:1) und Bismark (2:3). Nicht zuletzt das junge Durchschnittsalter machte sich dabei bemerkbar. Bedingt durch die neuerlich lange Ausfallliste hatte der SV Union aus der Not eine Jugend gemacht und teils mit drei 17-Jährigen aufgestockt. „Spielerisch haben wir vor allem in Ilsenburg keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Aber die Cleverness, um uns von einer knappen Führung durch das Spiel tragen zu lassen, hat gefehlt.“

Glücklicherweise hat das Team jedoch im Schlussspurt auch eine der Hauptbaustellen schließen können und kam in Tangermünde (2:0) sowie im vorgezogenen Rückrundenauftakt in Aschersleben (1:0) zu den ersten beiden Auswärtssiegen der Serie. Wenngleich der letzte Auftritt des Jahres keine spielerische Offenbarung war, gilt es, im neuen Jahr anzuknüpfen. „In den vergangenen Jahren hatten wir ja meist bis zum letzten Spieltag Spannung drin, aber wenn wir mit unserer gefestigten Grundausrichtung und vor allem dem Personal in der Rückrunde weiterspielen können, sollten wir so schnell wie möglich die nötigen Punkte sammeln.“

Stichwort Personal: Mit dem Weggang von Torhüter Clemens Behrenwald ist Christopher Biegelmeier zur Rückrunde de facto alternativlose „Nummer eins“ der Unioner. Natürlich ist sich auch Coach Völckel des Risikos eines verletzungsbedingten Totalausfalls bewusst. Doch wie für alle übrigen Positionen gilt: Planmäßig wird der Verein während der Wechselperiode im Winter nicht aktiv. Insbesondere die bisher gezeigten Leistungen der Youngster Maximilian Schmidt, Lennart Schwertfeger und Tim Rieche bestätigen die Aussage des Trainers: „Wir vertrauen auf die vorhandene Qualität und den eigenen Nachwuchs.“