Güsen l Bei der zweiten Auflage von einer „schönen Tradition“ zu sprechen, wäre etwas weit hergeholt. Doch das nachweihnachtliche Wiedersehen der einst erfolgreichsten GHC-Nachwuchsmannschaft – diesmal gegen die Oberliga-Aufstiegssieben der Saison 2007/08 – dürfte sich im Kalender der Güsener Handballer endgültig etabliert haben.

Die neue Fünf-Schritte-Regel bedarf sicher noch einmal einer genaueren Abnahme durch ein sachkundiges Gremium. Michael Müller hat sie allerdings am vergangenen Sonnabend schon einmal getestet, für gut befunden, sich dank ihrer Hilfe seinen obligatorischen Treffer gesichert und zugleich mit dem 33:40 aus Sicht der „Aufstiegshelden“ von 2008 den Schlussstrich unter einen rundum gelungenen Handball-Abend gezogen.

Bei strengerer Regelauslegung wären die Zuschauer in der Elbe-Havel-Sporthalle also womöglich nicht ganz auf ihre Kosten in Form von 73 Treffern gekommen. Jedoch stand am Ende weniger das Ergebnis im Vordergrund. Müllers Teamkollege Bernd Bretschneider lieferte dann auch die wohl treffendste Zusammenfassung des nicht ganz bierernst gemeinten Vergleichs: „Für manch einen mag es um die Ehre gehen, aber in erster Linie dreht sich heute alles um den Spaß.“

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Diesen hatten auch alle Beteiligten. Angefangen bei den Zuschauern, die nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr die „goldene Generation“ des Jahrgangs 1989/90 ebenso wiedervereint sahen wie erstmalig den Verbandsliga-Meister der Saison 2007/2008. Zur Freude der jeweiligen Trainer Michael Hoffmann und Thomas Berg harmonierten ihre Schützlinge wie in alten Tagen.

Beide Seiten legten dann auch spätestens mit einem traumhaften Anspiel hinter dem Rücken von Steffen Bretschneider auf Jörg Salomon zum 15:14 für die Aufsteiger-Auswahl jegliche Zurückhaltung ab (20.). Über das 21:20 zur Pause behaupteten Müller und Co. ihren Vorsprung, ehe der zweifache Nachwuchs-Bezirksmeister zurückschlug und nach dem 28:28 (45.) vor allem über das schnellere Tempo und angeführt von seinen besten Werfern Chris Hoffmann (10) und Carsten Beyer (9) davonzog.

Coach Michael Hoffmann sprach schließlich im Namen aller, als er sagte: „Schön, dass die Jungs von damals nahezu wieder alle beisammen waren.“ Bis zum erneuten Wiedersehen muss ja nicht zwangsläufig ein ganzes Jahr vergehen.