Gardelegen l Ganz nüchtern betrachtet erreichte Oberligist TV Askania Bernburg mit einem deutlichen 5:0 (0:0)-Auswärtserfolg beim Landesliga-Aufsteiger SSV 80 Gardelegen die zweite Runde des Landespokalwettbewerbes. Doch dass dieses klare Ergebnis etwas über den wahren Spielverlauf hinwegtäuscht, sahen auch die knapp 200 Zuschauer so.

Und gerade mit Blick auf die ersten 45 Minuten fiel der Sieg der Bernburger sicher drei Treffer zu hoch aus. Nicht nur, dass die Gardelegener zur Pause mit einem 0:0 in die Kabine gingen, sondern sie hatten sogar die besseren und klareren Torchancen aufzuweisen.

Schnelles Umkehrspiel

So beeindruckten die Platzherren den Oberligisten mit schnellem Umkehrspiel, das gleich in Minute eins hätte zur Führung reichen können, doch der Ball von Berlin wurde auf der Linie noch abgefangen.

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Und es ging so weiter. Bernburg suchte vornehmlich über die rechte Angriffsseite nach Lösungen, doch die SSV-Hintermannschaft stand sicher.

Führung fällt nicht

Auf der anderen Seite ging weiter die Post ab. Erneut Berlin (10.) und wenig später Sascha Gütte (13./knapp am rechten Toreck vorbei) hätten nun aber wirklich die SSV-Führung erzielen müssen.

SSV-Keeper Falk ließ sich danach nicht von einem Fraus-Heber überlisten und „fischte“ das Ding sicher weg. Wenig später zappelte das Leder aber im SSV-Netz. Fraus hatte zwar getroffen, stand aber im Abseits - es blieb beim 0:0.

Drei Standards von Gardelegen

Nach einer halben Stunde lief Gütte erneut allein auf TV-Keeper Arendt zu. Im Eins-gegen-Eins hatte erneut Arendt die Nase vorn und klärte zur Ecke. Auch in Minute 41 - erneut war Gütte der Absender - blieb der überfällige Gardelegener Torschrei aus. Kurze Zeit später, nach drei Standards des SSV nacheinander, blies Schiri Uhlmann zum Pausentee.

In Halbzeit zwei passierte dann das, was passieren musste. Vergaßen die Gardelegener in den ersten 45 Minuten sich für die starke Leistung zu belohnen, erzielten die Gäste schnörkellos das 1:0. Es waren gerade sieben Minuten gespielt, da nickte Fraus locker zur Gästeführung ein. Fortan war es natürlich an anderes Spiel.

Zu allem Überfluss fälschte Marvin Bogdahn (57.) einen Ball unhaltbar für Falk ins eigene Tor ab - 0:2.

Kräfte lassen nach

Die Platzherren ließen die Köpfe aber nicht hängen, obwohl so langsam die ersten 60 anstrengenden und intensiven Minuten ihren Tribut forderten. „Naja, das ist klar. Da investieren wir so viel, machen das Tor nicht und bekommen dann zwei solche einfachen Gegentore. Da machst du eben nicht mehr den einen Meter mehr, den du eigentlich in Halbzeit eins noch gemacht hättest“, so SSV-Coach Scheinert. Ein Vorwurf an sein Team war das aber nicht - im Gegenteil. Der Coach zeigte sich nach Abpfiff dennoch voll zufrieden.

Nicht zufrieden mit den zwei Treffern waren aber die Bernburger. Die legten nun munter nach und ließen das Ergebnis zum Ende doch noch sehr klar aussehen.

Erneut Tom Fraus (76.) mit seinem zweiten Treffer, Gedeon Groß (77.) und schließlich Dmitrijs Poliscuks (86.) sorgten für den 5:0-Endstand.

Torfolge: 0:1 Tom Fraus (53.), 0:2 Marvin Bogdahn (57./ET), 0:3 Tom Fraus (76.), 0:4 Gedeon Groß (77.), 0:5 Dmitrijs Poliscuks (86.).

Schiedsrichter: Marco Uhlmann.

Zuschauer: 188.