Salzwedel l Ordentlich was los war am 24. Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel I, auf vielen Plätzen. In Gardelegen gab es einen 7:0-Kantersieg, in Jävenitz dagegen wurde wohl der letzte Strohhalm liegen gelassen. Sehr unterhaltsam war es auch in Letzlingen, wo neben den Punkten scheinbar auch die „Oscars“ vergeben wurden.

SV Liesten 22 neuer Spitzenreiter

Kurzum: Dieser Spieltag hatte also einiges zu bieten - und das nicht nur sportlich. Es gibt auch einen neuen Spitzenreiter des immer noch sehr verzerrten Tabellenbildes. Der SV Liesten 22 ist neu am Platz an der Sonne und profitierte - ebenso wie der SSV 80 Gardelegen - von den Aussetzern der Konkurrenz.

Apropos Aussetzer - die gab es in Letzlingen gleich mehrfach. Dieses Match zwischen den beiden „heißesten“ Rückrundenteams hatte zumindest in Halbzeit zwei weitaus mehr zu bieten als nur Torchancen, Eckbälle oder Spielzüge auf dem grünen Geläuf. Vielmehr fühlten sich die durchaus zahlreichen Zuschauer bestens unterhalten.

Bilder

Rote Karte für Tangermünde

Zunächst boten Letzlingens Christian Palutke und Franz Döhmann den ersten Akt des Schauspiels. Beide gerieten nach einem Zweikampf am Tangermünder 16er aneinander. Nach einem kurzen Wortgefecht und einem kleinen Wischer von Döhmann ging Palutke erst einmal zu Boden. Nach Rücksprache mit dem Assistenten zeigte Schiedsrichter Thomas Krugel Rot für Döhmann.

Das konnten weder Döhmann noch seine Tangermünder Teamkollegen wirklich verstehen und protestierten, was das Zeug hielt. Palutke wiederum ereilte die Wunderheilung und er konnte schnell weitermachen.

Rote Karte zurück genommen

Immerhin war der Letzlinger so fair und stellte die Situation bei Krugel klar. Der nahm die Rote Karte zurück, Döhmann durfte weitermachen.

Soweit, so gut. Nun baten die Teams aber in Minute 84 zum zweiten Akt. Und hier bewarb sich Tangermündes Trainer Steffen Lenz in vorderster Front um einen „Oscar“. Aber was war passiert?

Wortgefecht an der Linie

Direkt vor der Tangermünder Bank gab es ein Foulspiel. Das erzürnte die Saxonen so sehr, dass sich Verantwortliche und Spieler beider Mannschaften zunächst ein Wortgefecht und - nach weiterer Rudelbildung - sogar ein Handgemenge lieferten. Nun eilten auch Thilo Stimbra und Dieter Förster aus Richtung Letzlinger Teambank zum Getümmel und mischten ordentlich mit.

Aus dieser Szene heraus ging dann Saxonen-Coach Lenz sehr theatralisch, sicher auch unnötig, aber dennoch „oscarreif“ zu Boden. Diese Szene erinnerte schon stark an das Jahr 2005 und die Aktion zwischen Duisburgs Trainer Norbert Meier und Kölns Albert Streit.

Hohn und Spott für Steffen Lenz

Für diesen Hinfaller erntete Lenz von den heimischen Fans natürlich Hohn und Spott. Auch Stimbra richtete kurz danach an den immer noch am Boden liegenden Lenz mehr als deutliche Worte. Schiedsrichter Krugel blieb ruhig, enthitzte die Gemüter und regelte die Situation klug und souverän.

Danach konnte der Freistoß ausgeführt werden, den Liebisch per Bogenlampe und sicher als Hereingabe gedachten Ball zum 1:1 verwandeln konnte. Auch der in Windeseile wiedergenesene Lenz jubelte mit seiner Mannschaft über diesen Treffer, als wäre es der Auswärtssieg gewesen.

Letzlinger lässt Vorhang fallen

Doch noch war nicht Schluss. In der Nachspielzeit bat Letzlingens Marcel Grabau zum Schlussakt. Er erzielte das 2:1 per Kopf und ließ unter großem Jubel und Applaus der Heimfans den Vorhang fallen.