"100 Jahre TSV Zilly" - unter diesem Motto lud der Sportverein am Sonnabend zu einer Festverantaltung ein. Auch wenn es der Wettergott mit dem Jubilar nicht so gut meinte, im trockenen Festzelt wurde der "runde Geburtstag" mit einem tollen Programm gefeiert.

Zilly. Die erste "Rallye Monte Carlo" in Europa, die Einführung der 45-minütigen Unterrichtsstunde in Deutschland oder die Einweihung der Städtischen Badeanstalt in Wernigerode - mit diesen Ereignissen blickte Marc Heyer bei seiner Begrüßung zur Festveranstaltung in jenes Jahr 1911 zurück, in dem auch der Turn- und Sportverein Zilly gegründet wurde. Diese Ereignisse erscheinen für Außenstehende vielleicht bedeutender, für den Ort Zilly dürfte die Gründung des TSV aber mindestens den gleichen, mit großer Wahrscheinlichkeit aber einen deutlich höheren Stellenwert haben.

Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste und der musikalischen Eröffnung durch den Männergesangverein Zilly stellte Vorstandsmitglied Rainer Bäthge die neueste Errungenschaft des Vereins vor: Eine Chronik gibt Einblick in die 100-jährige Vereinsgeschichte. Aus dem im Vorfeld vermuteten "leichten Job" wurde dabei eine "Aufgabe, die man nur einmal im Leben machen sollte", schilderte Rainer Bäthge den unterschätzten Aufwand zum Erstellen der Chronik und dankte gleichzeitig allen, die ihn dabei unterstützt haben. Ein besonderer Dank ging an Wolf-Rüdiger Brandt aus Osterwieck, durch den auch "schwarz auf weiß" das 100-jährige Vereinsbestehen nachgewiesen wurde.

Im weiteren Verlauf trat reichlich Prominenz an das Redepult, um dem TSV Zilly die Glückwünsche und reichlich Präsente zu seinem Vereinsjubiläum zu übermitteln. Ministerialdirigent Klaus-Dieter Liebau überbrachte dem Verein die Plakette des Bundespräsidenten Christian Wulff. Er zeigte sich beeindruckt von der neuen Chronik. Trotz der vielen staatlichen Systeme, die der Verein in 100 Jahren durchlebt hat, leistete der Sport immer wieder einen "starken Beitrag für die Gesellschaft". Auch Landrat Dr. Michael Ermrich lobte den Zusammenhalt eines Vereins, in dem sich die Leute seit 100 Jahren zusammenfinden, um Sport zu treiben. "Gemeinsam gewinnen und gemeinsam verlieren" unter diesem Motto dankte Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ allen, die die Vereinsgeschichte mitgeschrieben haben. Getreu dem Vereinsmotto "Die Macht an der Aue" hofft sie, dass der TSV Zilly seinen Weg mit Erfolg fortsetzt.

Anschließend überbrachten mit Henning Rühe und Detlef Rutzen auch die Präsidenten des KreisSportBundes und des Kreisfachverbandes Fußball ihre Glückwünsche. Rühe lobte die tolle Vorbereitung und den aktiven Vorstand, Rutzen erinnert sich noch heute an die unvergleichliche Meisterfeier, seit der auch er stolzes Mitglied beim TSV Zilly ist. Mit Ehrennadeln des Landessportbundes und Fußballverbandes Sachsen-Anhalt wurden verdiente Vereinsmitglieder für ihr Engagament geehrt, Bernd Temme und Burkhard Kruse erhielten als höchste Auszeichnungen die Ehrennadeln in Gold. Im Anschluss zeichnete auch Vereinschef Klaus Gösche verdiente Mitglieder des Vereins aus, Klaus Hillmann und Erich Latzer wurden zu Ehrenmitgliedern des TSV Zilly ernannt.

Als letzter Redner deklarierte Ortsbürgermeister Thomas Seltmann nicht den Fußball, sondern die "Vereinsarbeit als die schönste Nebensache der Welt". Gleichzeitig lobte er den neuen Vorstand mit seinen Ideen und Initiativen. Es folgten eine Vielzahl von Gratulanten, bei denen sich Marc Heyer für die vielen Glückwünsche und Präsente herzlich bedankte. Bevor das Showprogramm begann, zitierte er noch eine Strophe aus dem Gedicht "Ruf zum Sport" von Joachim Ringelnatz, die das Motto beim TSV Zilly kaum besser umschreiben könnte: "Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit, Und er schützt uns durch Vereine, vor der Einsamkeit".

   

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