Halberstadt l Das erste DFB-Pokal-Spiel seiner Historie hat der VfB Germania Halberstadt mit 1:2 (0:2) gegen den Bundesligisten SC Freiburg verloren. Für die Gastgeber traf Kay Michel kurz vor dem Abpfiff.

Dass es nicht gänzlich unmöglich war, den klaren Favoriten zu ärgern beziehungsweise aus dem Wettbewerb zu werfen, zeigten neben den Schlussminuten im Friedensstadion die Quoten der Wettbüros im Vorfeld der Erstrundenpartie. Setzte man auf Halberstadt, bekam man für einen Euro Einsatz zwölf Euro Gewinn. Beim Lüneburger SK (gegen Mainz 05) oder Eintracht Norderstedt (gegen VfL Wolfsburg) – beides auch Regionalligisten – war mehr drin. Knapp das Dreifache wurde gar bei den Underdogs 1. FC Rielasingen, Leher SV oder den Sportfreunden Dorfmerkingen ausgeschüttet.

Zu passiv agiert

Mit welcher taktischen Vorgabe geht man als krasser Außenseiter in so eine Begegnung? Kay Michel, Schütze des ersten DFB-Pokaltreffers der Germania-Geschichte, gab es so wieder. „Wenn wir alle einen super Tag erwischen, die Freiburger vielleicht mit dem falschen Bein aufstehen, nur dann ist etwas drin.“ Es ging also allein über die Einstellung, fußballerisch ist der Unterschied zu einem Erstligisten einfach zu deutlich. Dass beide Vereine drei Klassen trennen, war aber nicht über 90 Minuten zu sehen. Allerdings hatte der SC Freiburg in den ersten 45 Minuten gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, die Pass- und Zweikampfquote sprach sehr deutlich für die Gäste. Michel: „Da waren wir zu passiv.“

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Das sah auch sein Trainer Andreas Petersen so. „Im ersten Durchgang fehlte uns der Mut.“ Dessen Sohn Nils brachte die Freiburger in Führung. In klasse Manier nahm er die Kugel mit der Brust an und legte sie per Direktabnahme ins Tor. Dort hatte bis dato Keeper Paul Büchel einen guten Job gemacht, mehrfach pariert. „Das war der Dosenöffner für Freiburg“, schätzte Andreas Petersen den Treffer ein, „ich war traurig und stolz zugleich“. Mit etwas Glück erhöhte Freiburg kurz vor der Pause auf 2:0, das Leder war zuvor entscheidend von Adli Lachheb in die eigenen Maschen abgefälscht worden.

Germania forscher

Mit Wiederanpfiff trat die Germania etwas forscher auf. „‚Die Gäste schrauben ein Gang zurück‘, habe ich zur Pause gesagt“, so Petersen, „mit dem Mute der Verzweiflung hat meine Mannschaft dann gut gespielt. Das 1:2 haben wir uns verdient.“ Lachheb, der seinen Gegenspieler Nils Petersen über weite Strecken im Griff hatte, bilanzierte: „Er hat eben doch das wichtige erste Tor geschossen. Da war Glück bei, aber auch viel Können. Wir haben gezeigt, dass wir guten Fußball spielen können. Wir sind optimistisch, dass wir die Sache jetzt auch in der Liga weiter ordentlich lösen.“

VfB-Präsident Olaf Herbst mit seinem Fazit: „Wir hätten vielleicht etwas mutiger agieren können, dann fällt womöglich nicht das 0:2. Das 0:1 von Nils war klasse gemacht. Das 0:2 war ein Abpraller, kriegst du das Ding nicht, und machst den Ausgleich früher, kann es auch anders ausgehen. Wir sind aber sehr zufrieden, wir haben heute nur gewonnen.“

Und was nimmt der Halberstädter Torschütze mit? „Mein erstes DFB-Pokalspiel, mein erstes Tor: Das vergisst man nicht, das bleibt für immer in Erinnerung.“

VfB Germania Halberstadt: Büchel - Lachheb, Blume, Eggert, Campagna (67. Baloki), Boltze, Goslar (66. Hübner), Twardzik, Michel, Nattermann, Beil

SC Freiburg: Schwolow - Stenzel, Lienhart, Kempf, Günter, Höfler, Schuster, Haberer (82. Kaputska), Frantz, Niederlechner, Petersen (81. Kleindienst)

Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg); Zuschauer: 5.037; Tore: 0:1 Nils Petersen (34.), 0:2 Adli Lachheb (Eigentor, 42.), 1:2 Kay Michel (87.); Gelb: Campagna, Nattermann, Baloki/ - .