Halberstadt l Gegen den USV Halle II unterlag der Gastgeber am Sonnabend knapp mit 27:29 (14:15). 

Halberstadts bisher erfolgreichster Torschütze Noah Balint, mit 75 Treffern aktuell auf Platz acht der Gesamtwertung, eröffnete die zweite Halbserie mit seinem Tor zum 1:0. Danach entwickelte sich ein sehr ausgeglichenes Spiel, in dem die Saalestädter zumeist ganz knapp in Führung lagen. Erst in der 18. Minute gelang es dem HT wieder, die Partie etwas an sich zu reißen.

Schmid-Sieben lässt Chancen liegen

Das Team von Trainer Schmid trat nun konsequenter im Torabschluss auf, setzte sich zunächst auf 12:9 ab und zwang die Hallenser so zu einer Auszeit (21.). Beim 14:10 (25.) deutete sich an, dass die Halberstädter die Begegnung im Griff hatten. Doch weit gefehlt: Nach einer Zeitstrafe gegen Bastian Liebscher – also in Unterzahl – geriet der Gastgeber erneut unter Druck. Schmids Auszeit beim 14:11 verpuffte vollends, denn die Gäste drehten das Spiel mit fünf Toren in Folge. So gingen sie mit einem knappen 15:14 in die Kabinen. „Bis dahin hatten wir sehr sauber und strukturiert gespielt“, blickte Denis Schmid zurück, „dann scheitern wir zweimal völlig frei vom Sechser und es passieren eins, zwei technische Fehler. Durch diese Unzulänglichkeiten bringen wir den Gegner zurück ins Spiel, dieser Bruch war natürlich ärgerlich“. Psychologisch war Halle damit klar im Vorteil, diese Schlussphase der ersten Halbzeit sollte Auswirkungen bis zum Abpfiff nach 60 Minuten haben.

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Gäste effektiver in der Schlussphase

Der HT verpasste es nach dem Wiederanpfiff, sich ein zweites Mal deutlicher abzusetzen. Von dem Knacks kurz vor dem Seitenwechsel erholte sich das Team nicht richtig. Die Spannung der Halberstädter ging etwas verloren. Jeder Treffer musste erkämpft werden, die motivierten Saalestädter hatten Blut geleckt und immer eine Antwort parat (19:19, 22:22, 25:25). Die Anzeigetafel zeigte jetzt lediglich fünf verbleibende Minuten an – sollte diese Partie noch einen Sieger haben? Ja! Aus Sicht des HT mit dem unglücklicheren Ende. Halle war in der entscheidenden Phase eine Nuance williger und ging mit 27:25 und 28:26 in Front, wenngleich auch Glück (für die Gäste) beziehungsweise Pech (für den HT) im Spiel war. „Der Ball zum 27:25 war auf der Torlinie, die Unparteiischen entschieden da auf Treffer für den USV“, so Schmid.

Es folgte eine Zeitstrafe für den USV II, Halberstadt blieben 36 Sekunden für zumindest einen Punkt. Maik Stecker schaffte den Anschlusstreffer, der Universitätsportverein reagierte umgehend mit der Grünen Karte. Die letzten 16 Sekunden spielte der Gast intelligent zu Ende, sorgte mit dem 29. Treffer schließlich für die Entscheidung. Damit gewannen die Hallenser nach dem Hin- (27:25) auch das Rückspiel gegen den HT knapp mit zwei Treffern Differenz.

„Es ist uns in dieser erwartet schweren Begegnung nicht gelungen, richtig in Fahrt zu kommen. Der USV verfügt über ein technisch gut ausgebildetes Team“, fasste Coach Schmid zusammen. Für den HT geht es am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel weiter. Gegen den HSV Magdeburg soll dieser Ausrutscher wieder glatt gebügelt werden. „Da wollen wir gewinnen. Zu beachten ist allerdings, dass der Letzte aus Magdeburg aktuell zuhause gegen den Dritten aus Radis gewonnen hat. Der HSV kommt also nicht, um Geschenke zu verteilen“, so Schmid.

Czaja nur schwer zu ersetzen

In Vorbereitung auf die Rückrunde hatte der HT vor neun Tagen am 11. Manuel-Naruhn-Gedenkturnier in Haldensleben teilgenommen. Hier blieb das Team gegen Gastgeber HSV Haldensleben (Verbandsliga Nord), Ligakonkurrent Glinder HV Eintracht, den VfB Fallersleben (Verbandsliga Niedersachsen) sowie Titelverteidiger und Sieger HF Helmstedt-Büddenstedt (Oberliga Niedersachsen) sieglos. Rückblickend erklärte Schmid: „Die Veranstaltung war sehr wichtig für uns, um den Rhythmus zu finden. Die erste Halbzeit gegen den USV hat ja gezeigt, dass es funktioniert. Im Vergleich zum Turnier hatten wir uns da deutlich gesteigert. Ohne den Naruhn-Cup wäre es noch schwieriger geworden.“ Beim Turnier in Haldensleben fehlte wie jetzt gegen Halle Markus Czaja. Dass er schwer zu ersetzen ist, wurde deutlich. Gegen den HSV kehrt er wieder zurück in den Kader.

Statistik

HT 1861: Deuring, Hoffmann - Sadowski (2), Hamann (2), Huber (1), Rinke (7/3), Lerich (1), Balint (8), Greiff (2), Kausch, Ahlsleben (2), Stecker (1), Liebscher, Blenke (1);

Siebenmeter: HT 3/3, USV II 3/2;

Zeitstrafen: HT 2, USV II 2.