Halberstadt l Er zählt zu den wichtigsten Laufveranstaltungen in den USA und ist der größte Marathon der Welt. Auch zwei Halberstädterinnen wollten einmal dabei sein.

Mehr als 50 000 LäuferInnen aus allen Nationen und zweieinhalb Millionen Zuschauer nahmen an dem Großereignis teil. Der New York Marathon ist in vieler Hinsicht einzigartig und gilt unter den internationalen Marathonläufen als das Maß aller Dinge.

Strecke ist anspruchsvoll

Dieser Marathon gilt als anspruchsvoll, hier werden nicht Bestzeiten gelaufen, dafür ist der Kurs zu profiliert, die Windböen auf den Brücken zu heftig, die Erlebnisse, Begebenheiten auf der Strecke zu überwältigend. Diese besonderen 26,2 Miles - 42,195 km und das ganze Drumherum in dieser Metropole machen es zu einer Legende.

Nirgends sonst sind so viele Menschen auf den Beinen, ob als Läufer, persönlicher Coach, Fan, freiwillige und ehrenamtliche Helfer, um diese Veranstaltung zum bedeutendsten internationalen Lauf werden zu lassen. Unter ihnen und mittendrin waren Cornelia Klockau und Julia Waldow von der Laufgruppe MSV Eintracht Halberstadt.

Highlight in der Laufkarriere

Ob als erster Marathon oder als läuferisches Highlight in der persönlichen Laufkarriere und wer es mit dem Marathon Laufen ernst nimmt, muss diesen Marathon einmal gelaufen sein! So das Credo der beiden laufbegeisterten Halberstädterinnen.

„Flüge, Hotel am Time Square und ein kulturelles Rahmenprogramm waren schnell organisiert und gebucht“, berichtete Cornelia Klockau. „Da der Marathon immer erst im November stattfindet, hatten wir genügend Zeit, uns körperlich und mental vorzubereiten und es lag eine umfangreiche Wettkampfsaison hinter uns.“

Eindrücke sind überwältigend

Drei Tage vor dem Start reisten beide nach New York City. Klockau: „Schon am Flughafen sahen wir die Läufer aus aller Welt, die nach New York pilgerten. Shirts, Caps, Pullover von Laufevents rund um den Globus identifizierten die Läufer.“ Vom Flughafen ging es mit dem Taxi nach Manhattan und man bekam einen ersten großartigen Blick auf die Freiheitsstatue und die Skyline. „Wir waren bereits unglaublich überwältigt bevor es am Sonntag auf die Strecke ging.

Die Atmosphäre in der lebendigen und pulsierenden Stadt hatte für uns etwas Magisches und eine eigene Aura. Am Times Square auf einer der riesigen, grell beleuchteten Werbeflächen erschien immer wieder eine Werbung für den Marathon. Es gab einen Wetterbericht für die Teilnehmer und überall liefen uns aufgeregte Marathonis über den Weg“, schilderten beide die Eindrücke.

Hymne vor dem Startschuss

Bevor der Startschuss ertönte, wurde typisch amerikanisch die US-Hymne von einem Sänger live gesungen. Dann ging es los. Die LäuferInnen wurden mit Frank Sinatras „New York, New York“ musikalisch auf die Strecke geschickt. Bei strahlendem Sonnenschein und besten Lauftemperaturen setzten sich die Massen jubelnd in Bewegung, während Polizeihubschrauber am Himmel ihre Formation drehten. „Solange hatten wir uns auf diesen Marathon vorbereitet“, so Klockau, „aber in diesem Moment hatten uns die Emotionen im Griff, als wir über die Brücke liefen. Wir waren absolut euphorisiert. Die gigantische Brücke - höchster Punkt der Strecke - und der spektakuläre Blick auf Manhattan taten ihr übriges“. Julia Waldow stimmte dem zu und berichtete, was vor 15 Jahren, nach einer Reportage über den Central Park begann, sei nun Realität geworden. „Es gab nicht nur den Wunsch im Central Park zu laufen, sondern den Lebenstraum am New York Marathon teilzunehmen. Der wurde nun wahr.“

Die Laufstrecke führte durch die fünf Stadtbezirke Staten Island, Brooklyn, Queens, Bronx und Manhattan. Es wurden Brücken überquert und insgesamt 400 Höhenmeter bewältigt. Im Stadtteil Brooklyn, der durch Künstler, Straßenbands und Immigranten geprägt ist, standen unzählige Menschen. Sie jubelten den LäuferInnen zu, streckten die Hände zum Abklatschen aus. Weiter ging es auf der Bedford Avenue nach Williamsburg durch ein sehr ungewöhnliches und interessantes Viertel. Der Stadtteil Queens bot einen wunderbaren Blick auf die Manhattan-Skyline. In der Bronx ging es an wunderbaren, historischen Gebäuden vorbei. Waldow: „Die Jubelrufe waren hier am lautesten und die Motivationsschilder der Fans am buntesten.“ „Die Bands am Straßenrand waren eine große Unterstützung und zeigten die große Bandbreite der New Yorker Musikszene“, schwärmte Klockau. „Hier konnte nochmal neue Kraft und Energie getankt werden“, fügte Waldow hinzu.

Auch Harlem war voller Zuschauer und ein einziges Fest am Streckenrand. Weiter ging es auf die so genannte „Museum Mile“ der Fifth Avenue. Die Sportler mussten hier die größte Steigung des Laufes bewältigen, bevor es dann durch den Central Park ging. Natur und Bäume auf der einen Seite, die Wolkenkratzer auf der anderen. So kurz vor dem Ziel war die Spannung greifbar. Hier endete der Marathon und beeindruckte mit einem wunderbaren Kontrast aus Natur, den überglücklichen Läufern. „Die Stimmung hatte hier ihren Höhepunkt erreicht, die Welle der Begeisterung trug uns auf den finalen Metern bis ins Ziel“, so Klockau.

Der Traum New York Marathon ist für Cornelia Klockau und Julia Waldow wahr geworden. Klockau überquerte nach 04:04:15 h die Ziellinie, Waldow bewältigte nach 04:17:15 h ihren ersten Marathon. Die Reha-Trainerin des VfB Germania hätte sich die Vorbereitung aber ganz anders gewünscht. Zwei Wochen vor der Anreise litt sie noch unter einer Grippe. Das war in diesem Augenblick egal. „Die Finisher-Medaille überreicht zu bekommen war ein sehr überwältigender Moment, das Ganze ein atemberaubendes Erlebnis“, war beiden die Freude und der Stolz ins Gesicht geschrieben.