Bregenstedt l Mit 53 Punkten führt sie die Tabelle in der Bördeliga an und holt einen Sieg nach dem anderen. Für Cheftrainer Mathias Volkmann ist das Ziel der Aufstieg und er will alles daran setzen, dass das auch klappt.

Mix aus Jung und Alt

Die Mannschaft der Bregenstedter ist, was das Alter angeht, gut durchmischt. Neben 17-Jährigen spielen auch weit über 30-Jährige in einem Team zusammen. Für Coach Volkmann ist das wichtig, denn die älteren Spieler bringen einiges an Wissen mit. Neben Tim und Marc Pfeiffer kommen auch Rene Seidl und sogar Volkmann selbst vom Haldensleber SC und sie haben Erfahrungen in der Verbandsliga und der Landesklasse machen können.

„So lernen die jungen Spieler von den alten Hasen. Dieser Wissensaustausch ist unersetzlich.“ Und der Erfolg gibt dem 35-Jährigen Recht, denn seit 13 Spielen ist der TSV im Rennen um die Meisterschaft ungeschlagen.

Stimmung im Team optimal

Ein weiterer Erfolgsbaustein für Volkmann, der selbst aus Altenhausen kommt, ist die Kommunikation. Er ist einer von ihnen und so ist es leichter mit den Spielern über alles zu reden, was auf und neben dem Sportplatz passiert. Es geschieht nicht selten, dass sich die Mannschaft nach dem Training zusammensetzt und bis tief in die Nacht Zeit miteinander verbringt, um über das Training oder anstehende Spiele zu sprechen. So was fördert laut Volkmann nicht nur den Gemeinschaftssinn, sondern schweißt vor allem auch zusammen. Zum Training sind deswegen immer zwischen zehn und fünfzehn Spieler anwesend, mit denen sich dann einiges machen lässt.

Das Alter hilft bei der Kommunikation

„Es hilft vielleicht auch, dass ich selber so jung bin und noch einen guten Draht zu unseren jungen Spielern habe“, so der 35-Jährige. Denn in Zeiten von Facebook, Instagram und Whatsapp ist es nicht immer einfach, die Spieler konzentriert im Training zu haben. „Sie brauchen eine klare Aussage darüber, was mit der Mannschaft möglich ist und was nicht, wenn sie nicht konzentriert sind. Das hat bislang super geholfen“, verrät Volkmann.

Er selbst ist seit zwei Jahren der Trainer von den Bregenstedtern, hatte aber zuvor schon für sie gespielt. Übernommen hat er das Amt vom langjährigen Chefcoach Matthias Wolter, der aus familiären Gründen etwas kürzer treten wollte. Die Mannschaft hatte sich mit Volkmann sofort verstanden. „Die Jungs schenkten mir das Vertrauen, was bis heute besteht“, so der Altenhäuser.

Noch ein wichtiger Baustein des Erfolges ist die Jugendarbeit beim TSV. Es erwachsen ihr immer wieder Talente, die auch in der ersten Mannschaft ihre Einsatzzeiten bekommen. Einer von ihnen ist Stürmer Max Krellwitz, der jetzt fester Bestandteil der Mannschaft ist. Auch er kam aus der eigenen Jugend und wurde Stück für Stück aufgebaut.

Krellwitz ein Schlüsselspieler

Heute ist er, laut Volkmann, ein Ausnahmetalent. Der Stürmer führt zurzeit die Torjägerliste an und das mit Abstand. 26 Mal beförderte er das Runde ins Eckige in der laufenden Saison und hat damit einen Abstand von fünf Toren zum Zweitplatzierten, Steve Dammering von der SG Empor Klein Wanzleben, aufbauen können.

„Ich kann mit meiner Quote zufrieden sein, auch wenn es Spiele gab, bei denen ich weitaus mehr hätte rausholen können. Ich will auf jeden Fall meinen Rekord vom letzten Jahr knacken.“ Dieser lag bei 32 Toren und wenn Krellwitz so weitermacht, hat er diesen auch bald eingestellt.

Stürmer verdankt seinen Erfolg dem Team

Er will viel von seinem Talent in die Mannschaft einbringen. Krellwitz achtet auf seine Ernährung und trainiert auch privat weiter für den Fußball. „Bei aller Leistung, die ich erbringe, bin ich nur so gut wie mein Team, das es mir ermöglicht die Tore zu machen. Patrick Krüger, Florian Daul und Felix Wolter sind nur einige, ohne deren Zusammenspiel ich die Bälle nicht ins Netz schießen könnte, bis hin zum Törhüter Tobias Burda, der den Kasten für uns alle sauber hält“, analysiert der Stürmer.

So ein Talent weckt natürlich auch Begehrlichkeiten. Krellwitz wurde schon häufig gefragt, ob er nicht bei einer anderen Mannschaft spielen wolle. Sogar ein Angebot aus der Verbandsliga war dabei. Doch hat er dieses abgelehnt.

„Ich muss mich mit dem Verein identifizieren können und das habe ich mich mit dem Angebotsgeber nicht. Außerdem will ich jetzt mit der Mannschaft aufsteigen und danach sehen wir weiter.“ Von wem er das Angebot bekommen hatte, wollte er nicht verraten.

Fairste Mannschaft der Bördeliga

Nicht nur von den Punkten ist der TSV Tabellenführer, sondern auch in der Fairnesstabelle steht das Team von Coach Volkmann auf dem ersten Platz in der Liga. Und das schon die zweite Saison in Folge. „Fußball ist ein Mannschaftssport und dabei soll sich keiner verletzen. Wir sind uns einig, dass man auch guten Fußball spielen kann, wenn man nicht so hart ran geht“, so Krellwitz.

Noch ist der Aufstieg für die erste Mannschaft des TSV Bregenstedt nicht entschieden. Doch das Ziel ist klar vor Augen. Acht Spiele müssen die Fußballer aus der Börde noch bestreiten, bevor in Bregenstedt Ausnahmezustand herrschen kann oder die Feierlichkeiten zum Aufstieg um eine Saison verschoben werden müssen. Es bleibt also spannend.