Irxleben l Nach nur einem Sieg aus 15 Spielen soll mit Steffen Rau nun der dritte Trainer in der laufenden Saison die Wende im Wildpark vollbringen.

Es sind Geschichten, die das Herz erwärmen und die Fußballromantiker glücklich machen. Der vor Jahren in die große, professionelle Welt ausgeflogene Trainer kehrt nach Hause zurück, um den Heimatverein vor dem Abstieg zu retten.

Rau als Retter in der Not?

Der SV Irxleben versucht nun zusammen mit Steffen Rau dieser Geschichte ein Happy End zu verleihen. Natürlich spielten persönliche Gründe bei diesem Coup eine große Rolle. Der 49-Jährige spürt eine Verbundenheit mit dem SVI, hat dort viele Freunde und Bekannte. Zudem will Steffen Rau zusammen mit seiner Frau „den Lebensmittelpunkt nach intensiven Jahren wieder nach Magdeburg verlegen“. Das Timing passte einfach.

Doch nur mit der Verpflichtung eines Trainers mit Profil wird sich der Klassenerhalt im Wildpark nicht realisieren lassen. Das weiß auch Rau: „Es wird eine wahnsinnig schwere Aufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können. Wir wollen aber ganz klar die Klasse halten.“

Der Rückstand zu einem möglichen Relegationsrang ist mit vier Punkten noch relativ überschaubar, eigentlich ein Wunder angesichts der katastrophalen Hinrunde des SV Irxleben. Doch mit dem TuS Magdeburg-Neustadt (10 Punkte), dem VfB Ottersleben (9) und Schlusslicht Blau-Weiß Niegripp (6) gibt es noch drei weitere Mannschaften, die in der Hinrunde sportlich kaum überzeugten. Die Gründe, warum der SVI nur einen Sieg und vier Remis einfahren konnte, sind vielfältig.

Daul schmeißt schnell hin

Die Wahl Alexander Daul nach dem Abgang von Thomas Sauer und vieler erfahrener Spieler als Cheftrainer zu installieren, stellte sich bereits früh als Fehler heraus. Nach vier Liganiederlagen und dem Pokalaus bei Besiegdas warf Daul selbst das Handtuch. Mit Tino Euler übernahm einer aus den eigenen Reihen das Zepter, gewann die erste Partie bei TuS Magdeburg mit 3:2 und stabilisierte die Mannschaft. Doch der erhoffte Befreiungsschlag blieb trotz einiger ordentlicher Leistungen aus, die Ergebnisse stimmten einfach nicht. Vor allem die beiden Heimremis gegen die direkten Konkurrenten Niegripp und Ottersleben machten sämtliches Momentum zunichte.

Es rumort im Team

Es rumorte in Mannschaft und Verein. Die beiden Niederlagen zum Abschluss in Ilsenburg (0:5) und gegen Gardelegen (0:2) passten ins Bild. Die Winterpause kam zum richtigen Zeitpunkt.

Neben einem neuem Trainer muss der SV Irxleben auch dringend neue Spieler präsentieren, die Kaderbreite und Qualität werden in der bisherigen Form kaum zum Klassenerhalt reichen. Auch der schwache „Transfersommer“ ist ein Grund für die schlechte Hinrunde. Einige junge Spieler wie Hannes Schube, der sich als Torwart etabliert hat, oder Domenic Deutscher spielten sich in die erste Elf, doch sie alleine werden den Traum vom sicheren Klassenerhalt nicht wahr werden lassen können. Das wäre selbst für Fußballromantiker zu kitschig.