Prussendorf l Mit rund 170 Teilnehmern und 900 Starts waren die Hallen-Landesmeisterschaften der Springreiter in Prussendorf eines der ganz wenigen sportlichen Highlights in Zeiten der Corona-Krise.

Unter den Startern waren auch einige erfolgreiche Amazonen aus der westlichen Altmark, die sich freuten, dass der Reitverein Prussendorf, der gemeinsam mit der Agentur D4 Horse Event Service für den Landesverband der Reit- und Fahrvereine Sachsen-Anhalts die Landesmeisterschaft ausrichtete, sich entgegen dem Trend in den anderen Sportarten dafür entschied, sein Turnier nicht abzusagen.

Teilnehmer zeigen Flagge

Turnierleiter Christian Legler berichtet: „Es gab überhaupt keine Absagen von Reitern. Die Resonanz war unterschiedlich, aus einigen anderen Landesverbänden kam die Frage: Wie geht das, dass ihr weitermacht? Andere sagten: Gott sei Dank zieht ihr es durch.“ Geritten wurde allerdings vor fast leeren Rängen, denn Zuschauer wurden gebeten, dem Turnier fernzubleiben – nur eine von vielen Vorsichtsmaßnahmen des Veranstalters.

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Bei den Jüngsten, in der Children-Klasse wurde Victoria Herre von der RSG An den Linden (Gardelegen) mit Cola Fünfte und sorgte damit für das beste Ergebnis aus westaltmärkischer Sicht. Auch Antonia Herre landete bei den Jungen Reitern als Sechste auf einem vorderen Rang, ohne am Sonntag im abschließenden Springen zu starten. Antonia Ritter vom RFV Mieste belegte, ebenfalls ohne Start am Sonntag, bei den Junioren Rang 20. Gerade noch in die Top Ten sprang bei den Damen Annie Kamieth, die auf Quintana für den RFV Kemnitz startete. Zwei Fehler und somit acht Punkte am Samstag verhinderten ein besseres Ergebnis für sie.

Stimmung ist gedrückt

Ein wenig gedrückt war die Stimmung bei den Siegerehrungen der insgesamt 25 durchgeführten Prüfungen und auch bei der Meisterehrung. Lena Neumeister vom RFV Uthmöden, die auf Queen Lathifa K Bronze bei den Junioren holte, berichtet: „Die Stimmung beim Turnier war ein bisschen komisch. Bei der Siegerehrung wurde keinem wie sonst per Hand gratuliert, man hat sich nur angelächelt.“ Mit Sorge blickt nicht nur Neumeister auf die kommenden Wochen ohne Turniere voraus: „Wir hatten bisher noch nicht viel genannt. Aber Schule ist ja auch nicht. Was soll man die ganze Zeit machen? Man fragt sich: Beruhigt sich die Lage, oder gibt es gar keine Turniere mehr? Ohne geht es doch auch nicht. Die ganzen sozialen Kontakte gehen verloren.“

In der Tat waren die Meisterschaften vermutlich für längere Zeit die letzte Möglichkeit, sich mit der Konkurrenz zu messen. Turnierabsagen wegen des Corona-Virus stehen bereits fest. Roy Bartels, Geschäftsführer des Landesverbandes der Reit- und Fahrvereine zur Situation: „Die Auswirkungen auf den Turniersport sind massiv negativ. In der Geschäftsstelle arbeiten wir gerade daran, mit allen Veranstaltern zu sprechen, und raten, bis 30.04. alles abzusagen.“