Magdeburg (dhe). Drei Einzelresultate jenseits der 1000 Holz und eine neue Mannschaftsbestleistung genügten dem Magdeburger SV 90 nicht, um im Landesderby beim ESV Roßlau zu triumphieren. Am 6. Spieltag der 3. Bundesliga Ost unterlagen die Lemsdorfer dem Gastgeber ESV mit 5933:5988 Punkten. Dass das Siegen bei den heimstarken Roßlauern auf ihrer ergiebigen Kegelanlage nahezu unmöglich ist, wussten die MSV-Akteure bereits im Voraus. Trotzdem wollten sie ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen, vielleicht sogar die Gastgeber ein klein wenig ärgern. Mit einer tollen kämpferischen Leistung und einer klugen taktischen Aufstellung verlangten die Lemsdorfer dann auch den Roßlauern alles ab. Lediglich 55 Holz fehlten am Ende zu einem Überraschungssieg.

Gleich zu Beginn wollte der MSV mit Wunderlich und Siegemund Druck aufbauen, was aber nur im Falle von Wunderlich gelang. Er erzielte überragende 1081 Holz und feierte damit eine neue persönliche Bestleistung. Sein direkter Gegenspieler Lindner (983) konnte nur anfangs auf den leichteren Bahnen 1 und 2 mithalten und wurde dann regelrecht überrannt. Weniger gut lief es bei Maik Siegemund. Sein Wurfstil passt nicht wirklich zur Roßlauer Bahn, was die 191 Holz nach 50 Wurf zeigten. Der MSV musste nun zeitiger auswechseln als geplant und brachte Dirk Sommermeyer. Doch auch der hatte einen schweren Stand gegen Ron Seidel (1032), rettete aber dennoch ein 900er Resultat. Roßlau führte nach dem ersten Durchgang mit 25 Holz.

Die Elbestädter witterten ihre Chance und wollten nun nachlegen. Dirk Hecht (1003) und Sven Ostermann (926) gelang es dann auch, die starken ESV-Spieler Sobeck (978) und Hennig (957) zu beschäftigen. Nur sechs Zähler konnte Roßlau im zweiten Durchgang herausholen und spürte somit weiter den heißen Atem des MSV im Genick.

Große Spannung war nun angesagt für den Schlussdurchgang und der Schallpegel stieg von Wurf zu Wurf, denn Magdeburg kam zeitweise bis auf 15 Punkte heran. Doch der ESV hatte mit Frank Abel (1007) und Wolfgang Grötzner (1031) noch zwei Asse im Ärmel, die es verstanden, sich erfolgreich zu wehren. So fehlte den Magdeburgern am Ende lediglich ein wenig Glück, um für eine dicke Überraschung zu sorgen. Steffen Blumtritt (942) und Kapitän Piekacz (1.072) gaben noch einmal alles, doch die Gastgeber waren dann doch nicht mehr zu bezwingen. Roßlau schloss nach Punkten zu Magdeburg auf und beide teilen sich nun den vierten Tabellenplatz.